Redaktion Klassik.com
Französische Juwelen
Eine CD-Produktion wie vorliegende kann man gar nicht hoch genug wertschätzen. Es handelt sich um die erstmalige Tonträgerveröffentlichung der 'Frühen Französischen Lieder' (1820–22) für Singstimme und Gitarre von Fanny Hensel. Mehr als 180 Jahre nach deren Komposition hat Ulrike Merk, die Gitarristin des Duos Arcadie, sie bearbeitet, als Notendruck herausgegeben, die insgesamt 18 Lieder zusammen mit ihrer Duo-Partnerin, der französischen Mezzosopranistin Anne-Lisa Nathan, aufgenommen und bei dem Label Ars Produktion veröffentlicht. Die beiden Musikerinnen bewiesen damit ihr Gespür für anrührende Vokalmusik-Literatur.
Wer neben dem (zumindest bei Pianisten) bekannten Klavierzyklus 'Das Jahr' noch weitere ihres immerhin mehr als 450 Werke umfassendes œuvres kennen lernt, wird irgendwann bereitwillig seine Hand für die große Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy ins Feuer legen wollen. Denn egal, was in den vergangenen Jahren von ihr im Notendruck oder auf Tonträger veröffentlicht wurde, immer leuchten ihre enorme Musikalität, ihre Verehrung von Johann Sebastian Bach und damit einhergehend ihr ungeheuer harmonisches und satztechnisches Geschick, nicht zuletzt die perlende Quelle reizender Melodien zwischen jeder Notenzeile hervor. Beispiele davon kann man auf dieser Aufnahme mit diesen betörend schlichten Liedern hören. Die meisten Stücke sind Szenenschnipsel aus Novellen und Romanen des französischen Dichters Jean Pierre Claris de Florian (1755–1794), d.h. Liebeslieder, die Romanfiguren ihren Angebeteten in Begleitung einer Theorbe oder einer Gitarre vortragen. Stilecht hat die 15- bis 17-jährige Komponistin die kurzen Stücke also für Gesang und Gitarre gesetzt, die Situationen und Anlässe einfühlsam, vielfarbig, nicht ohne kleine Klippen im Gesangspart, aber dadurch umso reizvoller mit Musik angefüllt. Manche könnten sich sogar mühelos als kleine Arien in Opern bewähren ('Némorin II' z.B. in einem frühen Mozart).
Schon allein deshalb ist es ein großer Verdienst der beiden Künstlerinnen und des Plattenlabels, sich dieses jungfräulichen, wertvollen Repertoires angenommen zu haben. In dem geschmackvoll gestalteten Booklet hat die Gitarristin das Leben Fanny Hensels, den Liedzyklus und den Textdichter anschaulich skizziert. Eine pfiffige Idee: Die französischen Texte sind zwar abgedruckt, jedoch nicht übersetzt, sondern die Romanstellen, aus der sie genommen sind, kurz nacherzählt. So wird nebenbei einen kleiner Einblick in die Literatur des berühmten französischen Dichters gewährt.
[...] möchte man diese schönen Lieder, sobald man sie erst Mal kennengelernt hat, nicht mehr missen (am wenigsten z.B. 'Mon cœur soupire'), und wem es darum geht, sein Liedrepertoire um kleine, feine Juwelchen zu erweitern, der ist auch mit dieser CD fürs Erste gut beraten.
Kritik von Gabriele Pilhofer, 23.11.2008
Opus Klassiek
[...] De meeste teksten zijn van de Franse dichter en schrijver Jean-Pierre Claris de Florian (1755-1794) en waren in het begin van de 19e eeuw heel populair in de betere kringen van Berlijn. Het gezin Mendelssohn had in Parijs gewoond en voor Fanny had de Franse taal geen geheimen. Het zijn vroeg-romantische, elegante en lichtelijk sentimentele liefdesgedichten, heel geschikt voor een dweperig meisje. Fanny had ze gevonden in De Florians romans Gonsalve de Courdue en Estelle en in zijn novellen, waarin hij zijn personages al liederen zingend opvoerde. Fanny voorzag ze van een eenvoudige, treffende melodie met een simpele begeleiding. Roerend zijn vooral Romance de Galatée (Les soins de mon troupeau; het lievelingslied van Fanny’s vader), Zoraide (Rosier, Rosier, jadis charmant) en Némorin (Arbre charmant). Lang niet slecht voor een 15-jarige.
Haar latere werk is geraffineerder, maar deze bakvissen-liederen hebben zo hun charme. Het Duo Arcadie, bestaande uit de Frans-Duitse mezzosopraan Anne Lisa Nathan en de Duitse gitariste Ulrike Merk, heeft daar gevoel voor. De zang is romantisch zonder te trappen in de val van overdreven sentimentalisme of truttig gedoe, het snarenspel sluit daar delicaat bij aan. [...]
© Gerard Scheltens, februari 2009