Details

"Forgotten Treasures, Vol. 4 | Johann Wilhelm Wilms"

Komponist: Johann Wilhelm Wilms

Interpret(en): Paolo Giacometti, Martin Sandhoff, Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

Aufnahme: 23.-25.02.2006

Qualität: DSD

EAN: 4260052380246

Bestell-Nr.: ARS 38 024

Preis: 21,00 €

Spieldauer: 75:34

Veröffentlicht: 10.01.2007


"Feuer und Anmuth"

Auf die Frage nach seinem Lieblingsinstrument hätte Johann Wilhelm Wilms nur antworten können: das Orchester.
Wahrscheinlich klingt diese Auskunft ziemlich sonderbar bei einem Komponisten, der doch als junger Pianist die Nummer Eins unter den Klaviervirtuosen und -pädagogen seiner Wahlheimat Amsterdam gewesen ist und hier auch über Jahrzehnte als Flötist geschätzt wurde; doch sie ist mindestens ebenso einleuchtend, hört man erst eines seiner Werke für Orchester: jede Seite einer wilmsschen Partitur singt auch von der Lust ihres Autors, seine musikalischen Gedanken durch ein Ensemble ausgesucht fähiger Instrumentalisten darstellen zu lassen.
Auf Wilms, der sich offen zum Primat der Instrumentalmusik vor der vokalen bekannte, trifft in besonderem Maße die Feststellung des bedeutenden Dirigenten (und Komponisten) Igor Markevitch zu: "Je größer die Meister waren, desto mehr schrieben sie nicht für das Instrument, sondern für den Menschen, der es beseelt."
Wilms’ umfassende Kenntnis der spezifischen Möglichkeiten aller Orchesterinstrumente korrespondiert mit seinem Wissen um die fachlichen und menschlichen Eigenschaften ihrer Spieler in seinem musikalischen Umfeld. So schrieb er den Orchesterkollegen nicht einfach schöne Stellen in die Stimmen, sondern er betraute sie innerhalb des Dialoggeflechts seiner Partituren oft mit rollenähnlichen Aufgaben. Nur zu verständlich, wenn derart exponiert agierende Musiker sich auch maßgeschneiderte Solokonzerte von ihm erbaten. So kamen im Laufe von weniger als zwanzig Jahren etwa fünfzehn Konzerte und konzertähnliche Werke für ein oder mehrere Orchesterinstrumente zusammen. Die meisten von ihnen blieben ungedruckt und sind bis heute verschollen. Auch von den etwa acht Werken für Klavier und Orchester, die Wilms in knapp drei Jahrzehnten für den eigenen Bedarf schrieb, haben sich nur die fünf gedruckten Konzerte erhalten.
Zu den früheren Werken in diesem Genre zählt das Konzert in C-Dur op. 12. Es bildet zusammen mit der Sinfonie op. 9, ebenfalls in C-Dur und der Violinsonate in E-Dur op. 11 jene Werk-Trias, mit deren Erscheinen der Leipziger Verleger Ambrosius Kühnel während der Jahre 1805 und 1806 seine Offensive für Wilms erfolgreich gestartet hatte: 1807 hielt Europas führende Musikzeitschrift , die Allgemeine musikalische Zeitung zu Leipzig (AmZ), es bereits für ausgemacht, Wilms sei "einer der lebhaftesten, geistreichsten und ausgebildetsten Künstler" unter den komponierenden Beethovenzeitgenossen.


Musik auf historischen Instrumenten
Johann Wilhelm Wilms (1772-1847)
Klavierkonzert C-Dur op. 12
Allegro  
Poco Adagio
Rondo: Allegro

Sinfonie Es-Dur op. 14
Adagio-Allegro   
Andante poco Allegretto 
Menuetto  
Rondo: Allegro 

Flötenkonzert D-Dur op. 24
Allegro ma non troppo 
Adagio  
Polacca: Allegretto  

 

Paolo Giacometti, Hammerklavier
Martin Sandhoff, Flöte
Kölner Akademie
Michael Alexander Willens

(Flöte: Rudolf Tutz, Kopie nach originalem Vorbild von Wilhelm Liebel, Dresden
Hammerklavier: Salvatore LaGrassa, Wiener Schule um 1815)

Inhalt des Albums
Titel Dauer Bitrate   Aktion Preis
01. Klavierkonzert C-Dur op. 12 - Allegro 13:04  320 kbit/s   
 
1,20 € 
02. Klavierkonzert C-Dur op. 12 - Poco Adagio 05:50  320 kbit/s   
 
1,20 € 
03. Klavierkonzert C-Dur op. 12 - Rondo: Allegro 09:22  320 kbit/s   
 
1,20 € 
04. Sinfonie Es-Dur op. 14 - Adagio-Allegro 10:43  320 kbit/s   
 
1,20 € 
05. Sinfonie Es-Dur op. 14 - Andante poco Allegretto 06:23  320 kbit/s   
 
1,20 € 
06. Sinfonie Es-Dur op. 14 - Menuetto 03:48  320 kbit/s   
 
1,20 € 
07. Sinfonie Es-Dur op. 14 - Rondo: Allegro 04:41  320 kbit/s   
 
1,20 € 
08. Flötenkonzert D-Dur op. 24 - Allegro ma non troppo 10:35  320 kbit/s   
 
1,20 € 
09. Flötenkonzert D-Dur op. 24 - Adagio 03:53  320 kbit/s   
 
1,20 € 
10. Flötenkonzert D-Dur op. 24 - Polacca: Allegretto 06:55  320 kbit/s   
 
1,20 € 
CDs / SACDs
Titel Dauer Medium   Aktion Preis
Forgotten Treasures, Vol. 4 | Johann Wilhelm Wilms 75:34 SACD  
21,00 €
Tipps

Rezensionen
Klassik.com
Judith Pielsticker von klassik.com schrieb am 21.02.2007 Folgendes über diese Cd:
"Haydn, Beethoven, Mozart, Wilms
Auf der Suche nach abendlichen Kulturveranstaltungen entdeckt man in Amsterdam selbst unter der Woche eine Liste von Möglichkeiten, die Festlegungen schwer fallen lässt. Die ehemalige Welthauptstadt hat seit jeher eine unglaublich wache und engagierte Kulturszene. Deshalb hat sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts wohl auch Johann Wilhelm Wilms für ein Leben und Arbeiten dort entschieden. Der im bergischen Land aufgewachsene Zeitgenosse Beethovens und Haydns avancierte in den Niederlanden zu einem der bedeutendsten Komponisten. In Deutschland blieb er nahezu unbekannt.
Wilms zeichnete sich zwar mehr als Musikpädagoge und künstlerischer Leiter verschiedenster Anlässe aus, aber dennoch sind seine Kompositionen, fast ausschließlich Instrumentalmusik, weder dilettantisch noch kunstlos. Wilms genügt in seinen Werken dem Formverständnis der Wiener Klassik, hält in der musikalischen Gestaltung an einigen Stellen allerdings frühromantische Überraschungen bereit und entwickelt so seinen eigenen Stil. Dennoch werden die Anleihen bei den drei großen der Wiener Klassik sowie bei Schumann direkt beim ersten Hören, auch schon im ersten Track der CD (Klavierkonzert) deutlich.
Zur Uraufführung dieses Klavierkonzerts in C- Dur gibt es im Booklet ein Zitat eines damaligen Rezensenten: ‘Das Konzert verlangt einen sehr fertigen und brillanten Spieler’- schrieb der Kritiker da von Wilms selbst. Auf dieser Aufnahme ist es Paolo Giacometti, der diesen Anforderungen absolut genügt. Vielfach gelobt für seine Rossini- Gesamtaufnahmen, verdient sein Spiel auch hier höchste Aufmerksamkeit. Seine Artikulation auf dem Hammerflügel ist punktgenau, jeder Ton ist klar hörbar, die virtuosen Läufe, besonders im 3. Satz, sind technisch einwandfrei und klingen dennoch so leicht, wie es das Rondo verlangt. [...]
Diese CD eignet sich auf jeden Fall als Einstieg in das Werk von Wilms. Es ist ein engagiertes Projekt der Kölner Akademie und Ars Produktion, das ein umfassendes Bild von Johann Wilhelm Wilms Leben und Werk gibt in einem im ganzen gelungenen Booklet und in einer guten, was die Solisten betrifft hervorragenden, musikalischen Qualität."
 
Fanfare Magazine, Mar/Apr 2009
Michael Carter schrieb im Fanfare Magazine Folgendes über diese Cd:
" I first made the acquaintance of Johann Wilhelm Wilms (1772–1847) many years ago by way of a transcription provided by the international service of Radio Nederland for radio stations in the United States. Once the use rights had expired, the disc­ and its companions­ suddenly and mysteriously disappeared from the station’s library. What were the words that John Banner’s character, Sergeant Schultz, in Hogan’s Heroes popularized? “I know notink, I heer notink, I zee notink!” Anyway, I felt that this Wilms character was possessed of sufficient talent that he warranted further investigation; I even took it upon myself to pen a missive to the late Newell Jenkins suggesting that he consider looking into Wilms’s music. I recall receiving a polite reply but whether anything ever came of my suggestion, I don’t know. Fast forward some four decades and we now find that several of Wilms’s symphonies have been recorded: two by Werner Erhardt and Concerto Köln for Archiv and four on a two-disc set for the Dutch label Challenge Classics.

Wilms was born in the German city of Solingen, studying first with his father and elder brother. In 1791, Wilms went to Amsterdam, where he taught piano and later joined the orchestras of the Felix Meretis Society and Eruditio Musica, with which—as a pianist—Wilms was responsible for introducing the piano concertos of Mozart and Beethoven to the Netherlands. Wilms is remembered today more as an administrator than as a composer. He became one of the most important musicians in the Netherlands, and served on several committees, including the music faculty of the Koninklijk Nederlandsch Instituut voor Wetenschappen, Letteren en Schoone Kunsten in Amsterdam, and the Maatschappij tot Bevordering der Toonkunst. He also was sought out as a member of juries for composition competitions.

Wilms composed 15 concertos or other works for solo instrument and orchestra; most remained unpublished and neglected following his death. Many are irretrievably lost; only the five concertos published in his lifetime survive. Wilms’s knowledge of the potential of the various instruments was matched by his thorough familiarity with the capabilities of the Amsterdam musicians who played them. His compositions, most of which are in the style of the Viennese classicists, were always greeted with respect, but seldom did they receive any degree of enthusiasm, as by the time that Wilms achieved musical maturation, Classicism had already yielded much ground to Romanticism.

Even though the ghost of Mozart might have been looking over Wilms’s shoulder when he wrote the Piano Concerto, it is a work that would surely make the Salzburg Wunderkind smile with approval. It begins alla marcia, and as such recalls the opening of Mozart’s K 467. This salutatory movement is expansive; it lasts almost a quarter hour, but never suffers from overstatement or lack of forward motion. The ensuing Adagio contains some nice touches that include attractive wind coloring. The lower strings, playing pizzicato, announce the final Rondo, and the soloist enters almost immediately, stealing the show and holding the spotlight until the final chords fade into oblivion.

The Symphony, like the Piano Concerto, is early Wilms, and was probably his earliest, even though there is another that was published as op. 9 by the Leipzig firm of Kühnel. The debt to Mozart is also apparent here, but with its well-juxtaposed comingling of intelligence, wit, fervor, and refinement, the Symphony could also be viewed as having had an amalgam of influences. Never stumbling, it proceeds steadily throughout its half-hour duration, and more important, it is consistently entertaining.

The Flute Concerto is on a smaller scale than its counterpart for piano, but it is no less well written. Wilms, according to the notes, took into account the wishes of his contemporaries that the Concerto not be overly florid or long, but light and pleasing. He did not, however, opt for empty notes. Rather, he gave the listener music of substance with a polite nod toward emotion, music that two centuries on still leaves both the ear and intellect of the listener satiated.

One can’t help but appreciate the suppleness of the soloists in these performances as well as their excellent feel for the music and the sentiment behind the notes. Their playing is focused, accurate, and committed, and is also infused with unforced stylistic grace. They approach Wilms with the same respect they might accord Mozart, and as a result produce performances that are world-class. Michael Alexander Willens and his colleagues provide fresh and intelligent support that is technically agile, and with sensitive phrasing and warmth where required.

The music on this CD offers an excellent cross section of Wilms’s output and therefore makes for a fine introduction to his work. What you will find is 75 minutes of very attractive music that surely fell pleasantly on the ears of Amsterdam audiences in Wilms’s day, and would unquestionably find some favor in today’s concert halls. I didn’t expect to find Mozart in this CD, but what I did find brought back pleasant memories from an earlier period in my life.

I’m eagerly looking forward to sampling the next release in this series, a disc of three symphonies by Bernhard Romberg (1767–1841)."
 
Audiophile Audition
John Sunier schrieb für Audiophile Audition am 12.03.2009 Folgendes über diese Cd:
"The early Wilms concerto would fit right in with any program of Mozart piano concertos without taking a back seat.

Another obscure European composer here comes to our attention, with some of his most listenable works given superb performances in 5.1 hi-res surround sound. Wilms' dates were 1772-1847 and his lifelong hero was Mozart. He created roughly 15 concertos and concerto-like works over less than 20 years, including eight piano concertos. Wilms made his home in the Netherlands, though he was of German origin. Similarly, the pianist here - Paolo Giacometti - was born in Milan but is centered in Holland. He performs on a 1815 fortepiano, which seems to fit the lively and positive mood of the concerto perfectly and is well-balanced with the chamber orchestra. This early Wilms concerto would fit right in with any program of Mozart piano concertos without taking a back seat.

The Symphony in E Flat may have been the composer's first. He used the fundamental structure of the later Haydn symphonies, although the finale is modeled on Mozart's Symphony in E Flat Major KV 543. The Symphony came out the same year as Beethoven's Eroica and was thus overshadowed, but it is a lovely work, showing shades of a cyclical approach to symphonic form. Wilms himself accurately described his D Major Flute Concerto as "not grandiose and passionate, but somewhat brilliant, light and very pleasing." Surround sonics are slightly distant, but clean and natural-sounding."
 
Kundenrezensionen
Noch keine Rezensionen vorhanden.
Neue Rezension schreiben




1
2
3
4
5
Keine Wertung


 

E-Mail

Passwort

Warenkorb
Der Warenkorb enthält noch keine Produkte.

Warenkorb >>

Legende
 

 
 
award