Details

"Forgotten Treasures, Vol. 9 | Virtuose Trompetenmusik"

Komponist: Johann Baptist Schiedermayr, Giuseppe Verdi, Conradin Kreutzer, Leopold Anton Kozeluch, Friedrich Dionys Weber, Joseph Fiala

Interpret(en): Robert Vanryne, Kathryn Cok, David Sinclair, Ulrike Schneider, Anna Torge, Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

Aufnahme: 4-6.10.2009

Qualität: DSD

EAN: 4260052380734

Bestell-Nr.: ARS 38 073

Preis: 21,00 €

Spieldauer: 72:21

Veröffentlicht: 01.10.2010


Zu den bei dieser Aufnahme verwendeten Instrumenten
Die Werke von Koželuh, Schiedemayr und Fiala wurden auf einer von Robert Vanryne gebauten, auf Instrumenten aus Sammlungen in Berlin, Wien und London basierenden Rekonstruktion einer Klappentrompete eingespielt.
Für die Werke von Verdi und Kreutzer wurde eine Trompete mit drei Wiener Ventilen und verschiedenen Bögen, mit denen das Instrument von As nach Bedarf tiefer gestimmt werden kann, verwendet. Das Instrument stammt von einem unbekannten Instrumentenbauer (möglicherweise aus Prag oder Kraslice um 1850).
Die Variationen von Weber wurden auf einer Trompete in F von Charles Mahillon (Brüssel 1875) eingespielt. Ich bin Herr David Blackadder für die Leihgabe dieser Trompete sehr dankbar. (Robert Vanryne)


Musik auf historischen Instrumenten

Johann Baptist Schiedermayr (1779-1840)
    1    Offertorium Ave maris stella
        Solo für Alto, Violine oder Klappentrompete
        mit Begleitung von 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Violinen, Viola und Baß
        Ulrike Schneider, Mezzosopran

Giuseppe Verdi (1813-1901)
    2    Adagio für Solotrompete und Orchester

Conradin Kreutzer (1780-1849)
    3    Variationen in G für die cromatische Trompette und Orchester

Leopold Anton Kozeluch (1747-1818)
    4-6    Sinfonia concertante Es-Dur für Mandoline, Klappentrompete,
        Kontrabaß und Klavier mit Orchesterbegleitung, Werkverzeichnis II,1
    4    Allegro
    5    Andantino con Variazioni
    6    Finale: Allegretto
        Anna Torge, Mandoline
        David Sinclair, Wiener Kontrabaß
        Kathryn Cok, Fortepiano

Friedrich Dionys Weber (1771-1842)
    7    Variationen für die Trompete in F

Joseph Fiala (1748-1816)
    8    Divertimento für Trompete und Orchester


Robert Vanryne, Trompete
Ulrike Schneider, Mezzosopran
Kathryn Cok, Fortepiano
Anna Torge, Mandoline
David Sinclair, Wiener Kontrabass
Kölner Akademie • Michael Alexander Willens, Dirigent

Inhalt des Albums
Titel Dauer Bitrate   Aktion Preis
01. Schiedermayr: Offertorium Ave maris stella 04:43  320 kbit/s   
 
1,20 € 
02. Verdi: Adagio für Solotrompete und Orchester 04:44  320 kbit/s   
 
1,20 € 
03. Kreutzer: Variationen in G 08:49  320 kbit/s   
 
1,20 € 
04. Kozeluch: Sinfonia concertante Es-Dur - Allegro 16:55  320 kbit/s   
 
1,20 € 
05. Kozeluch: Sinfonia concertante Es-Dur - Andantino con Variazioni 11:50  320 kbit/s   
 
1,20 € 
06. Kozeluch: Sinfonia concertante Es-Dur - Finale: Allegretto 06:10  320 kbit/s   
 
1,20 € 
07. Weber: Variationen für die Trompete in F 12:11  320 kbit/s   
 
1,20 € 
08. Fiala: Divertimento für Trompete und Orchester 06:25  320 kbit/s   
 
1,20 € 
CDs / SACDs
Titel Dauer Medium   Aktion Preis
Forgotten Treasures, Vol. 9 | Virtuose Trompetenmusik 72:21 SACD  
21,00 €

Rezensionen
Klassik.com
IInterpretation: 4 Sterne
Klangqualität: 4 Sterne

Paul Hübner schrieb bei klassik.com am 12.10.2010 Folgendes zu dieser Cd:
"Alte Meister in originalem Gewand

Die Historische Aufführungspraxis ist in der Mitte der musikalischen Gesellschaft angekommen, soviel kann, Jahrzehnte nach den ersten Versuchen einiger seltsam anmutender Außenseiter, gesagt werden. Es gibt kaum eine Neueinspielung Alter Musik, die sich nicht der besonderen Aufführungssituation der Entstehungszeit stellen würde – und eigentlich scheinen Neuentdeckungen kaum noch möglich angesichts der Allverfügbarkeit des historischen Materials. Nichtsdestotrotz überraschen einige Ensembles immer wieder mit Einblicken in ein weitestgehend unbekanntes Repertoire, so wie die Kölner Akademie in der Reihe ‚Forgotten Treasures – Musik auf historischen Instrumenten‘. Deren neueste Folge ist virtuoser Trompetenmusik aus dem frühen neunzehnten Jahrhundert gewidmet und beschäftigt sich so mit einer Zeit, in der die Trompete – nach ihrer Blütezeit in der Barockmusik – beinah völlig ins musikalische Abseits gedrängt war.

Die Trompete der Barockzeit war ein reines Naturinstrument – diatonische oder gar chromatische Schritte waren so nur im hohen Register möglich. Dieses Manko wollte der Wiener Trompeter Anton Weidinger beseitigen und erfand so die Klappentrompete, für die Joseph Haydn sein berühmtes Trompetenkonzert schrieb. Eine große Verbreitung fand das Instrument jedoch nicht, und auch die chromatische Differenzierung der tiefen Oktave verhalf nicht zu einem reicheren Repertoire. Nur wenige Komponisten schienen von der ganz neuen und eigenen Klangfarbe dieses Instrumentes fasziniert – ein Großteil dieser Beispiele findet sich auf der neuen CD der Kölner Akademie mit dem Trompeter Robert Vanryne. Das Repertoire reicht dabei von Werken der Klassik wie der 'Sinfonia Concertante' Leopold Kozeluchs bis zu Raritäten der frühen Romantik, wie dem 'Adagio' für Trompete und Orchester des jungen Giuseppe Verdi.

Den Beginn der Einspielung macht das erst jüngst wieder gefundene Offertorium 'Ave maris stella' des Linzer Domorganisten Johann Baptist Schiedlmayr, das die lyrischen Qualitäten des Instrumentes besonders im tiefen Register wunderbar heraushebt. Die bereits erwähnte 'Sinfonia concertante' Leopold Kozeluchs stellt der Klappentrompete eine Mandoline, einen Kontrabass und ein Klavier als Soloinstrumente zur Seite und ist so ein seltenes Beispiel für kammermusikalische Arbeit in der frühen Blechbläserliteratur. Von Friedrich Dionys Weber und Conradin Kreutzer stammen Variationswerke, die besonders an die Virtuosität des Solisten appellieren. Ein Divertimento des Mozart-Zeitgenossen Joseph Fiala beschließt die interessante Auswahl.

Auch wenn die hier versammelten Kompositionen für sich allesamt von einigem Interesse sein mögen – vielleicht besonders das kaum bekannte 'Adagio' Giuseppe Verdis, das bereits den melodischen Einfallsreichtum des späteren Meisters vorwegnimmt – gefällt die Einspielung doch vor allem durch die selten zu hörenden Klangfarben der Klappentrompete. Seit der Einspielung der Trompetenkonzerte Haydns und Hummels durch Reinhold Friedrich vor einigen Jahren ist dieser Vorläufer der modernen Trompete doch etwas in Vergessenheit geraten. Robert Vanryne, der zum Teil auf selbst gebauten Instrumenten spielt, ist ein wahrer Kenner des Instrumentes und seiner Qualitäten, so dass ihm durchweg idiomatische und authentisch klingende Interpretationen gelungen sind. Die Kölner Akademie unter der Leitung von Michael Alexander Willens begleitet mit Verve und ohne Allüren. Nicht nur Spezialisten unter der Hörerschaft kann diese Aufnahme ans Herz gelegt werden, präsentiert sie doch einen nicht zu unterschätzenden Teil der Musikgeschichte in originalem Gewand."
 
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