Unsere CD-Produktion "Johannes Brahms, op. 116-119" wurde mit dem "Supersonic Award 10/2005" der Fachzeitschrift "pizzicato" ausgezeichnet. www.pizzicato.lu Den ausführlichen Text zur Auszeichnung finden Sie auf der Produktseite unter Rezensionen.
Rezensionen
Supersonic Award - pizzicato 10/2005
Folgende Rezension erschien in pizzicato (GW) zu dieser Cd: " Gratwanderungen
Zu Recht geht in letzter Zeit viel die Rede von der 1992 nach Deutschland ausgewanderten russischen Pianistin Elena Kuschnerova, deren Repertoire eines der vielseitigsten ist. Es reicht von Bach bis zu Alexander L. Lokshin (1920-1987), der ihr einen Zyklus von Variationen gewidmet hat. Das allein wäre noch kein Kriterium für das Können der Interpretin, aber wenn man als Rezensent gleichzeitig mit zwei CDs konfrontiert ist (Anm. d. Red.: "Igor Stravinsky: Klavierwerke", ARS 444 / "Johannes Brahms op. 116-119", ARS 38 436), wie sie gegensätzlicher nicht sein können, so muss man sich doch zuerst einmal fragen, wie so grundverschiedene Welten derart kompetent entschlüsselt werden können. Das ist nun das Bemerkenswerte dieser Einspielungen: Elena Kuschnerova gelingt eine seltene Gratwanderung, und man spürt sie genauso zuhause in der ironisch-motorischen, klangherben Welt von Strawinsky wie in der schwermütigen, grüblerischen Musik des späten Brahms. [...] *
Noch höher zu bewerten ist die gleichzeitig erschienene Einspielung der letzten Klavierwerke von Johannes Brahms, klug gedacht und überzeugend verwirklicht. Dies, weil die Pianistin ihre überlegene Technik so in den Dienst der Werke stellt, dass man sie einfach vergisst und nur noch der völlig in sich gekehrten Musik nachspürt. Elena Kuschnerova versteht es, die musikalischen Phrasen zu gliedern und atmen zu lassen. Ihr feiner Anschlag und ihr subtiler Pedalgebrauch bringen die Töne wundervoll zum Klingen und schaffen einen außergewöhnlichen Reichtum an Klangfarben, zumal die Aufnahme, die in Zusammenarbeit mit dem BR entstand, äußerst transparent und differenziert ist. Vor allem aber sind diese Einspielungen eine Frage der Stimmungen geworden. Die Pianistin schafft jene Spätherbstatmosphäre, schwankend zwischen leiser Trauer und Resignation, die den einzigartigen Kompositionen von Brahms ihre emotionale, verinnerlichte Intensität geben. Seit dem Klavierrecital von Hélène Grimaud während des Kulturjahres 1995 habe ich keine so reine, sensible und poetische Deutung dieser wundervollen Musik mehr gehört."
* Besprechung zu Strawinsky siehe unter "Igor Stravinsky: Klavierwerke", ARS 444