Details

"Julius Röntgen: Cellosonatas, vol. 3"

Komponist: Julius Röntgen

Interpret(en): Jean Decroos, Danièle Dechenne

Aufnahme: 01.-04.02.2007

Qualität: DDD

EAN: 4260052384695

Bestell-Nr.: ARS 38 469

Spieldauer: 73:51

Veröffentlicht: 05.01.2008


Julius Röntgen (1855-1932)

Sonate No 13 cis-moll (1931)
    1    Lento
    2    Burleske, Allegro vivace
    3    Andante tranquillo
    4    Vivace, ma non troppo presto

Sonate für Violoncello (1928)
    5    Allegro
    6    Allegretto grazioso (con sordino)
    7    Moderato

Sonate No. 11 d-moll (1930)
    8    Allegro
    9    Andante tranquillo
    10    Allegro

Sonate No. 1 in B-dur op.3 (1872)
    11    Allegro moderato
    12    Romanze, Andante con moto
    13    Allegro


Jean Decroos, Violoncello
Danièle Dechenne, Klavier

Tipps

Rezensionen
Redaktion Klassik.com
Michael Pitz-Grewenig von klassik.com schrieb am 08.06.2008 Folgendes über diese Cd:
"Dass man diese CD nicht gleich aus der Hand legt, ist den beiden Interpreten Jean Decroos und Danièle Dechenne zu danken. Sie sind hervorragend aufeinander eingespielt und gehen die Werke mit ungeheurem Impetus an, verwechseln aber Kraft und Intensität nicht mit falschem Pathos und ausschweifenden Emotionen. Jean Decroos überzeugt mit seinem schlanken, gleichwohl höchst intensiven Cello-Ton ohne Abstriche. Er lässt sich auch nicht zu einem Wühlen und Schluchzen im dunklen Klangbrei verführen, stattdessen lieferte er eine überzeugende Synthese von Disziplin und lyrischer Intensität ab, deutlich bei der Sonate für Violoncello solo zu hören.
Beide Interpreten geben den Sonaten für Violoncello und Klavier durch eine höchst plastische Durchzeichnung Weite und Schwung."
 
OMM - Online Musik Magazin
Markus Gärtner schrieb im Online Musik Magazin Folgendes über diese Cd:
"Musik wie ein tanninreicher Bordeaux
Dass er am Leipziger Konservatorium ausgebildet wurde, kann man zweifellos hören. Julius Röntgen (1855-1932), mit ca. 650 Kompositionen schon rein zahlenmäßig der gewichtigste Komponist der Niederlande, lernte bei Carl Reinecke sowie Moritz Hauptmann und übte sich im Violinspiel unter der Ägide von Ferdinand David. In München nahm er weiteren Unterricht bei Franz Lachner, wurde von Franz Liszt gefördert, logierte bei Heinrich und Elisabeth von Herzogenberg, lernte dort Ethel Smyth und Johannes Brahms kennen. An Verbindungen hat es Röntgen wahrlich nicht gemangelt. 1878 ging er nach Amsterdam und gestaltete das Musikleben der Metropole ab diesem Zeitpunkt entscheidend mit. In seinen späteren Jahren trat er noch einmal als Duopartner von Bronislaw Huberman und Pablo Casals hervor und experimentierte, neuen Möglichkeiten höchst aufgeschlossen „als improvisierender Klavierbegleiter von Stummfilmen und hinterlieβ auch Aufnahmen für das Pianola-Verfahren, die heute auf CD zugänglich sind.“ (Klaus Zehnder-Tischendorf: Niederländisches Epigonentum oder ein eigener Weg? Zum 150. Geburtstag von Julius Röntgen) Keineswegs also lässt sich Röntgen als Brahms-Epigone marginalisieren. Vielmehr schließt er über die Bekanntschaft mit Debussys Musik zur moderneren Richtung seiner Zeit auf, ohne sich ihr vollkommen auszuliefern. Zwar klingen seine Leipziger Wurzeln ganz ohrenfällig durch, doch sie dominieren nicht den Gesamteindruck.
Nachvollzogen werden kann dies auf der bereits dritten Folge von Röntgens Cellosonaten, die soeben bei Ars Produktion erschienen sind. Das Künstlerehepaar Jean Decroos (Cello) und Danièle Dechenne (Klavier) widmen sich seit 2003 dem umfangsreichen Korpus dieser Gattung. Zunächst standen diejenigen Werke Röntgens im Vordergrund, die dieser Pablo Casals gewidmet hatte (FCD 368429). Eine zweite Folge ohne thematischen Fokus erschien 2006 (ARS 38439). Auf der nun vorliegenden Vol. 3 (ARS 38469) wird einmal mehr ein zeitlich breit angelegtes Programm musiziert: die 11. und 13. Sonate aus den 1930er Jahren gesellen sich zum Gattungserstling von 1872. Das macht vielfältige Vergleiche möglich, welche indes darin kulminieren, dass Röntgens Stil schon in seiner Frühzeit nahezu vollständig vorlag und nur noch feinere Ergänzungen erhielt. Röntgen bevorzugt die „kleine“ dreisätzige Sonatenform (was sich auch an Spieldauern ablesen lässt) und nur bei Nr. 13 nimmt er als zusätzlichen Bestandteil eine „Burleske“ mit auf. Genau hier zeigt sich dann aber eindringlich der französische Einfluss, denn dieser hochinteressante Satz entwickelt sich aus parallel geführten Quinten. Insgesamt arbeitet der Komponist mit kräftigen Farben und bedient sich dabei einer reichen thematischen Erfindung, die jedoch an keiner Stelle populär wirkt. Der oftmals auf Röntgen angewandte, denunzierend gemeinte Ausdruck des „Musikantischen“ trifft hier gerade nicht.
Jean Decroos Spielweise des Cellos, extrem nah am Mikrophon aufgenommen, versucht keinesfalls, den Hörer mit Geschmeidigkeit um den Finger zu wickeln. Sein Zugang zu Röntgens Musik ist ein kantiger, manchmal näselnder Klang, der die bewegten Sätze dominiert und auch in den verhaltenen Momenten der Werke keine Wohligkeit erzeugt, dabei aufgewühlten Ausdruck oftmals über Intonationsgenauigkeit stellt. So etwas muss man mögen – hier wird tanninreicher Bordeaux ausgeschenkt, der trotz Jahren der Alterung seinen rustikalen Kern nicht verloren hat. Tatsache ist, dass man Röntgens Musik so interpretieren kann, ohne sie zu verzerren. Andere Denkarten wären möglich – und sind teilweise bereits realisiert worden. Dass die Herbheit vorliegender Interpretation dem Röntgenschen Ton in die Hände spielt, lässt sich indes nicht leugnen.
Jean Decroos verstarb am 27. April dieses Jahres nach einem Konzert. So ist diese letzte Aufnahme zu seinem Vermächtnis geworden. Das Projekt der Gesamteinspielung von Julius Röntgens Cellosonaten bleibt unvollendet."
 
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