Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Giacomo Puccini, Charles Gounod, Ruggiero Leoncavallo, Carl Maria von Weber, Richard Wagner, Gaetano Donizetti
Interpret(en): Peter Anders
Aufnahme: 1933 bis 1953
Qualität:
AAD
EAN:
4260052387054
Bestell-Nr.:
ARS 38 705
Preis:
13,00 €
Spieldauer:
69:28
Veröffentlicht: 20.08.2008
"Legenden des Gesanges" – diese Edition verfolgt das Ziel, die herausragendsten Stimmen des 20. Jahrhunderts, herausragende Interpretationen und unwiederbringliche Sternstunden der vokalen Klassik in einer einzigartigen CD-Sammlung zu erfassen. Aufwendig von den bestmöglichen verfügbaren Originaltonträgern remastert, restauriert und zum Teil ergänzt durch bisher unzugängliches Dokumentarmaterial entsteht auf diese Weise eine einmalige Musiksammlung von bleibendem Wert.
Zur vorliegenden CD Peter Anders – vom Pedrillo zum Stolzing
Der früh verstorbene deutsche Tenor Peter Anders (1. Juli 1908, Essen – 10. September 1954, Hamburg) gehört zu den wenigen Gesangsgrößen der Vergangenheit, die problemlos den „Sprung” von der Schellackplatte der dreißiger bis frühen fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts auf die Langspielplatte geschafft haben. Und er ist heutzutage auf CD einer der bestdokumentierten Gesangskünstler seiner Epoche. Nahezu alle seiner noch erhaltenen rund 450 Einspielungen, die Anders zwischen 1933 und 1954 für die Schallplatte und den Rundfunk aufgenommen hat, sind derzeit greifbar.[...} Joachim Vierrath
7-8 mit dem Orchester der Städtischen Oper Berlin, Ltg.: Wilhelm Franz Reuß
Tosca 9 Wie sich die Bilder gleichen Telefunken A-2360 / Matr.Nr.: 22220 / 4. August 1937
10 Mit deinen Augen den wundersamen mit Aulikki Rautawaara (Sopran) Telefunken E-2654 / Matr.Nr.: 023088 / 30. April 1938
11 Und es blitzten die Sterne Telefunken A-2360 / Matr.Nr.: 22337 / 17. September 1937
9-11 mit dem Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin, Ltg.: Hans Schmidt-Isserstedt (9/10) und Johannes Schüler (11)
Charles Gounod (1818–1893) Margarethe 12 Gegrüßt sei mir, oh heil’ge Stätte Telefunken E-2523 / Matr.Nr.: 022991 / 30. April 1938
Ruggiero Leoncavallo (1857–1919) Der Bajazzo 13 Jetzt spielen Telefunken E-2816 / Matr.Nr.: 023790 / 6. Januar 1939
14 Nein, bin Bajazzo nicht mehr Telefunken E-2816 / Matr.Nr.: 023790 / 6. Januar 1939
12-14 mit dem Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin, Ltg.: Walter Lutze
Carl Maria von Weber (1786–1826) Der Freischütz 15 Rezitativ und Arie des Max: Nein, länger trag’ ich nicht die Qualen Electrola D.A.5514 / Matr.Nr.: ORA 6932/3 / 27. März 1952 mit dem Orchester der Städtischen Oper, Berlin, Ltg.: Arthur Rother
Richard Wagner (1813–1883) Die Meistersinger von Nürnberg 16 Am stillen Herd Deutsche Grammophon Gesellschaft 62896 / Matr.Nr.: 4483 LSTN / 16. Januar 1953
17 Preislied (Morgendlich leuchtend) Deutsche Grammophon Gesellschaft 62896 / Matr.Nr.: 4483 LSTN / 16. Januar 1953
16-17 mit dem Württembergischen Staatsorchester, Ltg.: Ferdinand Leitner
Bonus-Tracks 18 Una furtiva lagrima (Heimlich aus ihrem Auge) aus „Der Liebestrank“ (italienisch gesungen) von Gaetano Donizetti mit dem Berliner Rundfunkorchester, Ltg.: Franz Marszalek bisher unveröffentlichte Aufnahme der Reichsrundfunkgesellschaft (1942)
19 Lasset sie glauben, dass ich in die Welt zog aus „Das Mädchen aus dem goldenen Westen“ von Giacomo Puccini mit dem Berliner Rundfunkorchester, Ltg.: Hanns Steinkopf bisher unveröffentlichte Aufnahme der Reichsrundfunkgesellschaft (1944)
Inhalt des Albums
Titel
Dauer
Bitrate
Aktion
Preis
01. Mozart: Entführung aus dem Serail - Im Mohrenland gefangen war
02:22
320 kbit/s
1,20 €
02. Mozart: Entführung aus dem Serail - Hier soll ich dich denn sehen
02:41
320 kbit/s
1,20 €
03. Mozart: Entführung aus dem Serail - Konstanze, dich wiederzusehen
04:20
320 kbit/s
1,20 €
04. Mozart: Die Zauberflöte - Dies Bildnis ist bezaubernd schön
04:09
320 kbit/s
1,20 €
05. Mozart: Don Giovanni - Nur ihrem Frieden
04:24
320 kbit/s
1,20 €
06. Mozart: Don Giovanni - Folget der Heißgeliebten
03:28
320 kbit/s
1,20 €
07. Puccini: Turandot - O weine nicht, Liu
02:50
320 kbit/s
1,20 €
08. Puccini: Turandot - Keiner schlafe
03:17
320 kbit/s
1,20 €
09. Puccini: Tosca - Wie sich die Bilder gleichen
02:31
320 kbit/s
1,20 €
10. Puccini: Tosca - Mit deinen Augen den wundersamen
03:46
320 kbit/s
1,20 €
11. Puccini: Tosca - Und es blitzten die Sterne
02:28
320 kbit/s
1,20 €
12. Gounod: Margarethe - Gegrüßt sei mir, oh heil’ge Stätte
04:30
320 kbit/s
1,20 €
13. Leoncavallo: Der Bajazzo - Jetzt spielen
03:49
320 kbit/s
1,20 €
14. Leoncavallo: Der Bajazzo - Nein, bin Bajazzo nicht mehr
03:13
320 kbit/s
1,20 €
15. C.M. von Weber: Der Freischütz - Nein, länger trag’ ich nicht die Qualen
06:47
320 kbit/s
1,20 €
16. Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg - Am stillen Herd
03:54
320 kbit/s
1,20 €
17. Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg - Preislied (Morgendlich leuchtend)
04:15
320 kbit/s
1,20 €
18. Donizetti: Der Liebestrank - Una furtiva lagrima (Heimlich aus ihrem Auge)
04:10
320 kbit/s
1,20 €
19. Puccini: Das Mädchen aus dem goldenen Westen - Lasset sie glauben, dass ich in die Welt zog
Träumerische Verlorenheit
Die fünfte Folge der Serie ‘Legenden des Gesanges’ lenkt den Blick auf einen der vielseitigsten Tenöre aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Peter Anders studierte im Berlin der Zwanzigerjahre bei Prof. Ernst Grenzebach, der unter anderem Max Lorenz, Lauritz Melchior und Elisabeth Schwarzkopf ausbildete. Über Heidelberg kam er nach Hamburg, Berlin und Wien. Anfang der 50er Jahre begann seine lyrische Tenorstimme härter und kraftvoller zu werden. Nun wandte er sich auch heldischen Partien zu. Doch Anders’ Karriere fand ein jähes Ende. 1954 starb er bei einem Autounfall.
Jens Uwe Völmecke hat Aufnahmen zusammengestellt, die Anders zwischen 1933 und 1953 einspielte. Eröffnet wird seine Sammlung durch ein wahres Glanzlicht: Die Arie ‘Im Mohrenland gefangen war’ aus ‘Die Entführung aus dem Serail (1935) ist ein sängerisches Juwel. Anders gestaltet mit edler Schlichtheit, endlosen Legatobögen, unprätentiösem Ausdruck sowie fundierter Technik und bleibt dabei so textverständlich, dass man das Libretto getrost zur Seite legen kann. Gleicher Befund in der ‘Konstanze’-Arie, die Anders schmeichelnd als träumerische Vision aufleuchten lässt.
Liedhafte Präzision
Wie auch die Arien aus ‘Don Giovanni’ (1935) auf deutsch, dafür aber mit viel Italianità in der Stimme geht Anders an die großen Tenorhits aus ‘Turandot’ (1933) und ‘Tosca’ (1937) heran. ‘Und es blitzten die Sterne’ (‘Tosca’) singt er mit liedhafter Präzision, verzichtet auf Schmalz und gewinnt dadurch an musikalischer Struktur und Ausdruck. Herrlich ist auch das Duett ‘Mit deinen Augen’ aus derselben Oper, das Anders 1938 mit der finnischen Sopranistin Aulikki Rautawaara aufnahm – ein Musterbeispiel für vollendet dramatischen Duettgesang. Auch das Verismo-Repertoire profitiert von diesen Qualitäten. In den beiden Arien aus Pagliacci (1939) setzt der Sänger nicht auf Überzeichnung, sondern auf Präzision und wird damit zum genauen Beobachter seiner Rolle.
Sängerischer Geschmack
Auf Italienisch nahm Anders 1942 Donizettis Arie ‘Una furtiva lagrima’ (‘Liebestrank’) auf. Für dieses berühmte Stück zieht der lyrische Tenor alle Asse aus dem Ärmel: Makellose Schwelltöne, geläufige Verzierungen, mozartisches Formgefühl und sängerischer Geschmack machen diese Arie zu einem Höhepunkt des Albums. ‘Gegrüßt sei mir, oh heil’ge Stätte’ aus Gounods Faust singt Anders zwar wieder auf deutsch, trifft den galanten französischen Ton aber dennoch genau. Im deutschen romantischen Repertoire ist Anders auf diesem Album als feinsinniger Stolzing (‘Meistersinger von Nürnberg’, 1953) und idealer Max zu hören. In ‘Nein, länger trag’ ich nicht die Qualen’ (‘Freischütz’, 1952) ist das Rezitativ genauestens durchdacht. Die Phrase ‘Hat denn der Himmel mich verlassen’ aus der folgenden Arie gestaltet er mit wenigen Mitteln zu einer geradezu existentiellen Wendung.
Jenseits der Internationalisierung
Völmecke zeigt Peter Anders als einen Sänger, der sich von Mozart ausgehend, ein breites Repertoire eroberte, ohne sich jemals zu überfordern oder seine tenorale Stimmfarbe aufzugeben. Er zeigt ihn auch als Interpreten, der jenseits der Internationalisierung der Nachkriegsjahre geographisch mühelos zu verorten und damit immer authentisch und unverwechselbar war: Über allem, was Anders sang, liegt träumerische Verlorenheit, tragische Melancholie. Damit reichen seine Portraits immer tiefer als jede Frage nach Technik oder Interpretation. Dieses Album ist eine wunderbare Gelegenheit, den Sänger in seiner ganzen Bandbreite kennenzulernen. Dank des makellosen Remasterings von Tonmeister Holger Siedler ist diese CD auch für Kenner unentbehrlich.
Träumerische Verlorenheit
Die fünfte Folge der Serie ‘Legenden des Gesanges’ lenkt den Blick auf einen der vielseitigsten Tenöre aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Peter Anders studierte im Berlin der Zwanzigerjahre bei Prof. Ernst Grenzebach, der unter anderem Max Lorenz, Lauritz Melchior und Elisabeth Schwarzkopf ausbildete. Über Heidelberg kam er nach Hamburg, Berlin und Wien. Anfang der 50er Jahre begann seine lyrische Tenorstimme härter und kraftvoller zu werden. Nun wandte er sich auch heldischen Partien zu. Doch Anders’ Karriere fand ein jähes Ende. 1954 starb er bei einem Autounfall.
Jens Uwe Völmecke hat Aufnahmen zusammengestellt, die Anders zwischen 1933 und 1953 einspielte. Eröffnet wird seine Sammlung durch ein wahres Glanzlicht: Die Arie ‘Im Mohrenland gefangen war’ aus ‘Die Entführung aus dem Serail (1935) ist ein sängerisches Juwel. Anders gestaltet mit edler Schlichtheit, endlosen Legatobögen, unprätentiösem Ausdruck sowie fundierter Technik und bleibt dabei so textverständlich, dass man das Libretto getrost zur Seite legen kann. Gleicher Befund in der ‘Konstanze’-Arie, die Anders schmeichelnd als träumerische Vision aufleuchten lässt.
Liedhafte Präzision
Wie auch die Arien aus ‘Don Giovanni’ (1935) auf deutsch, dafür aber mit viel Italianità in der Stimme geht Anders an die großen Tenorhits aus ‘Turandot’ (1933) und ‘Tosca’ (1937) heran. ‘Und es blitzten die Sterne’ (‘Tosca’) singt er mit liedhafter Präzision, verzichtet auf Schmalz und gewinnt dadurch an musikalischer Struktur und Ausdruck. Herrlich ist auch das Duett ‘Mit deinen Augen’ aus derselben Oper, das Anders 1938 mit der finnischen Sopranistin Aulikki Rautawaara aufnahm – ein Musterbeispiel für vollendet dramatischen Duettgesang. Auch das Verismo-Repertoire profitiert von diesen Qualitäten. In den beiden Arien aus Pagliacci (1939) setzt der Sänger nicht auf Überzeichnung, sondern auf Präzision und wird damit zum genauen Beobachter seiner Rolle.
Sängerischer Geschmack
Auf Italienisch nahm Anders 1942 Donizettis Arie ‘Una furtiva lagrima’ (‘Liebestrank’) auf. Für dieses berühmte Stück zieht der lyrische Tenor alle Asse aus dem Ärmel: Makellose Schwelltöne, geläufige Verzierungen, mozartisches Formgefühl und sängerischer Geschmack machen diese Arie zu einem Höhepunkt des Albums. ‘Gegrüßt sei mir, oh heil’ge Stätte’ aus Gounods Faust singt Anders zwar wieder auf deutsch, trifft den galanten französischen Ton aber dennoch genau. Im deutschen romantischen Repertoire ist Anders auf diesem Album als feinsinniger Stolzing (‘Meistersinger von Nürnberg’, 1953) und idealer Max zu hören. In ‘Nein, länger trag’ ich nicht die Qualen’ (‘Freischütz’, 1952) ist das Rezitativ genauestens durchdacht. Die Phrase ‘Hat denn der Himmel mich verlassen’ aus der folgenden Arie gestaltet er mit wenigen Mitteln zu einer geradezu existentiellen Wendung.
Jenseits der Internationalisierung
Völmecke zeigt Peter Anders als einen Sänger, der sich von Mozart ausgehend, ein breites Repertoire eroberte, ohne sich jemals zu überfordern oder seine tenorale Stimmfarbe aufzugeben. Er zeigt ihn auch als Interpreten, der jenseits der Internationalisierung der Nachkriegsjahre geographisch mühelos zu verorten und damit immer authentisch und unverwechselbar war: Über allem, was Anders sang, liegt träumerische Verlorenheit, tragische Melancholie. Damit reichen seine Portraits immer tiefer als jede Frage nach Technik oder Interpretation. Dieses Album ist eine wunderbare Gelegenheit, den Sänger in seiner ganzen Bandbreite kennenzulernen. Dank des makellosen Remasterings von Tonmeister Holger Siedler ist diese CD auch für Kenner unentbehrlich.
Kritik von Miquel Cabruja, 25.10.2008
Fanfare Magazine May/June 2009
Fifteen years ago I wrote an article about Peter Anders that was published in the International Dictionary of Opera. In that article, I said that the era of the 1930s and 1940s was the golden age of the German lyric tenor. Through the recording medium names like Richard Tauber, Julius Patzak, Helge Roswaenge, Josef Schmidt, Walter Ludwig, Herbert Ernst Groh, and Marcel Wittrisch became famous throughout the world as exponents of opera, operetta, and German Lied. I stated that the list would not be complete without the name of Peter Anders and that the Telefunken series of recordings were his best. On this disc, the first 14 selections dating from 1933 to 1939 are from that series. These early recordings reveal a lyric tenor with a distinctive bright metallic timbre, combined with an excellent technique, faultless intonation, and exemplary breath control. His vocal quality ranged from a pure head voice in soft passages through mezza-voce, to a ringing forte chest voice. As Henry Fogel stated in a review of an Anders recording in Fanfare 8:2, “The creamy legato, the elegant and musical phrasing, all stay in the memory long after you hear them.” Tragically, Anders died in an automobile accident in 1954 when he was only 46. As Fogel said in his review: “The loss presaged a similarly horrible early ending to the career of the next generation’s equivalent of Anders—Fritz Wunderlich.”
In Fanfare 25:2, I reviewed a CD recital of Peter Anders issued on Telefunken. As I stated in that review, “In his later career in the 1950s he became a dramatic tenor.” On this disc, the selections from Der Freischütz and Die Meistersinger von Nürnberg are from that time period. He retained the bright tonal quality, and the arias are well sung. On what is listed as a bonus track is his only recording on this disc sung in Italian, “Una furtiva lagrima,” from 1942. The booklet contains biographical notes, and gives the dates and conductors of the arias. The sound is first-rate. I will take the liberty again of quoting myself from my previous review: “He was also a fine singer of Lieder and operetta, and made many recordings. I have 23 recitals of his on LP, so obviously I have always been a fan. The recordings of Peter Anders, particularly those on Telefunken, will always satisfy those who admire a clear, bright tenor voice used with taste and discernment. Recommended!”