Details

"Ludwig van Beethoven – Sonatas II"

Komponist: Ludwig van Beethoven

Interpret(en): Friedrich Kleinhapl, Andreas Woyke

Aufnahme: August 2010

Qualität: DSD

EAN: 4260052380857

Bestell-Nr.: ARS 38 085

Preis: 21,00 €

Spieldauer: 53:35

Veröffentlicht: 01.11.2010


Die Erarbeitung dieser Werke war für uns ein extrem intensiver Prozess. Als wir die unwiderstehliche Expressivität dieser Sonaten freigelegt hatten, entschieden wir uns gegen unser ursprüngliches Vorhaben, alle Werke für Cello und Klavier von Beethoven auf CD einzuspielen – also auch die drei Variationszyklen. Wir hatten uns schon lange in ein anderes, völlig konträres Werk verliebt: Beethovens 10. und letzte Violinsonate, die er 1812, also nur wenige Jahre vor den späten Cellosonaten komponiert hatte. Ganz anders als in allen vorangegangenen Violinsonaten findet er in der oft als unergiebig und wenig dankbar beschriebenen Sonate einen unglaublich innigen, oft schon stark an Schubert  erinnernden Klang mit melancholisch weichen Kantilenen, die für kein anderes Instrument besser geeignet zu sein schien als für das Cello. Wir entschlossen uns zur Bearbeitung dieser Sonate. Das Resultat überzeugt uns persönlich zutiefst, ist für uns eine große Entdeckung und bedeutende Erweiterung unseres Duorepertoires.

Wie schon bei der Einspielung der ersten drei Cellosonaten ließen wir uns auch bei der C-Dur- und D-Dur-Sonate von Beethovens knorrigen Stimmungen mitreißen. Wir versuchten nicht, sie zu beschönigen oder durch Manierismen abzumildern, sondern seinen Kampf mit und gegen das Leben, sein Schicksal und seine Ertaubung kompromisslos hörbar zu machen. Dieselbe emotionale Intensität herrscht in Beethovens G-Dur-Violinsonate, lediglich mit gegensätzlichen Vorzeichen, verinnerlichte Poesie statt kantiger Expressivität, sensible Lyrik anstelle kontrastreicher Spannung, die sich im Lauf des 3. und 4. Satzes immer mehr zu heiterer Ausgelassenheit aufschwingt.
Wir hatten also ganz den Giganten im Blick, der einerseits mit zum Himmel erhobener Faust sterben sollte, der andererseits geradezu nach Liebe und Geborgenheit zu flehen schien, wie seine „Briefe an die ferne Geliebte“ ­zeigen. Den letzten schrieb er ebenfalls 1812, wie die 10. Violinsonate, als ob er seine Sehnsucht noch einmal in Töne gießen wollte. Dieser rückhaltlose Zugang galt sowohl für unser Spiel als auch für die Aufnahme und die Mischung selbst – die hörbaren Facetten eines kontrastreichen Spiegelbildes dieses großen Lebens. Die Entscheidung, die Violinsonate zwischen die beiden Sonaten op. 102 zu stellen, trafen wir bewusst, um mehr Kontraste zu schaffen zwischen expressivem Spätwerk und der lyrischen Violinsonate.


Ludwig van Beethoven (1770-1827)

Sonate für Violoncello und Klavier op. 102 Nr. 1 in C-Dur (1815)
1.    Andante – Allegro vivace
2.    Adagio – Allegro vivace

Sonate für Violine und Klavier in der Fassung für Violoncello und Klavier op. 96 in G-Dur (1812)
bearbeitet von Friedrich Kleinhapl und Andreas Woyke
3.    Allegro moderato
4.    Adagio espressivo
5.    Scherzo
6.    Poco Allegretto

Sonate für Violoncello und Klavier op. 102 Nr. 2 in D-Dur (1815)
7.    Allegro con brio
8.    Adagio con molto sentimento d´affetto
9.    Allegro


Friedrich Kleinhapl, Violoncello
Andreas Woyke, Piano


Pizzicatos Excellentia Awardausgezeichnet mit:
Excellentia Award

der Fachzeitschrift "pizzicato"






ICMA nomination 2011
nominiert für:
International Classical Music Award 2011

(Nachfolge-Award des MIDEM Classical Awards)




Inhalt des Albums
Titel Dauer Bitrate   Aktion Preis
01. Sonate op. 102 Nr. 1 - Andante, Allegro vivace 06:21  320 kbit/s   
 
1,20 € 
02. Sonate op. 102 Nr. 1 - Adagio, Allegro vivace 06:09  320 kbit/s   
 
1,20 € 
03. Sonate op. 96 - Allegro moderato 10:20  320 kbit/s   
 
1,20 € 
04. Sonate op. 96 - Adagio espressivo 05:46  320 kbit/s   
 
1,20 € 
05. Sonate op. 96 - Scherzo 01:41  320 kbit/s   
 
1,20 € 
06. Sonate op. 96 - Poco Allegretto 07:01  320 kbit/s   
 
1,20 € 
07. Sonate op. 102 Nr. 2 - Allegro con brio 05:20  320 kbit/s   
 
1,20 € 
08. Sonate op. 102 Nr. 2 - Adagio con molto sentimento d´affetto 06:38  320 kbit/s   
 
1,20 € 
09. Sonate op. 102 Nr. 2 - Allegro 03:45  320 kbit/s   
 
1,20 € 
CDs / SACDs
Titel Dauer Medium   Aktion Preis
Ludwig van Beethoven – Sonatas II 53:35 SACD  
21,00 €
Tipps

Auszeichnungen

Unsere SACD-Produktion
"Ludwig van Beethoven - Sonatas II"
wurde mit dem "Excellentia Award for 12/2010"
der Fachzeitschrift "pizzicato" ausgezeichnet. 
www.pizzicato.lu
Den ausführlichen Text zur Auszeichnung finden Sie auf der Produktseite unter Rezensionen.

Unsere SACD-Produktion
"Ludwig van Beethoven - Sonatas II"
wurde nominiert für
"International Classical Music Award 2011"
(Nachfolge-Award des MIDEM Classical Awards)
www.pizzicato.lu

Rezensionen
Stereopay 12/2010 - Klangtipp Audiophile SACD
Attila Csampai schrieb in Stereoplay Folgendes zu dieser Cd:
"Furor und Zärtlichkeit

Beethovens musikalische Botschaften kennen kein Verfallsdatum: Auch 200 Jahre nach ihrer Niederschrift erschüttern sie mit unbequemen Wahrheiten und emotionaler Eruptivkraft. Diese konzessionslose Radikalität erkennbar in Klang zu setzen, und das in Zeiten von political correctness und kurzlebiger Originalität, erfordert von Interpreten einigen Mut. Der österreichische Cellist Friedrich Kleinhapl und sein deutscher Klavierpartner Andreas Woyke haben schon mit ihrem ersten Beethoven-Album spüren lassen, was das heißt - und wie es klingen kann, wenn man sich rückhaltlos einlässt auf das ungeheuerliche Seelenpotenzial der Cellosonaten und nichts beschönigen will (siehe stereoplay 4/2009).
Jetzt haben Kleinhapl und Woyke die beiden späten Sonaten op. 102 nachgereicht, und dazwischen, quasi als lyrisches Intermezzo, die poetisch-innigliche letzte Violinsonate op. 96 in einer eigenen Transkription gesetzt: So erleben wir hier eine beklemmende Fahrt durch den Beethovenschen Seelenkosmos, vom wilden Furor der Allegro-Sätze bis zum schutzlosen Lyrismus der langsamen Teile.
Mit schonungsloser Direktheit und einer elektrisierenden Intensität spielen und leben die beiden Musiker-Beserker sich aus, wie man es so ungeschminkt geradlinig und so zwingend schlüssig noch nicht gehört hat: "Wir hatten ganz den Giganten im Blick, der einerseits mit zum Himmel erhobener Faust sterben wollte, der andererseits geradezu nach Liebe und Geborgenheit zu flehen schien, wie seine ,Briefe an die ferne Geliebte' zeigen", schreibt Kleinhapl im Booklet. Und man kann nur darüber staunen, mit welcher Kompromisslosigkeit und welcher Zielstrebigkeit beide Spitzenmusiker ihren Ansatz strikter Wahrhaftigkeit in beide Richtungen (des Exzessiven und des Kontemplativen) zu Ende denken und zu Ende gehen:
Hier transzendiert das Schöne zum Wahren, das Angenehme zum Erschütternden, und wir erkennen, dass Beethoven in allen Gattungen das Außergewöhnliche schuf. Die haptische, knochentrockene Präsenz der MehrkanaIaufnahme überträgt den rigorosen Ansatz der Interpreten sehr schlüssig auf das Klangbild."
 
Crescendo 07/2010
Attila Csampai schrieb in Crescendo Folgendes zu dieser Cd:
"[...] Diesem Zauberreich des reinen Gefühls scheint Beethovens aufklärerischer Furor genau entgegengesetzt, nur - man muss den Mut haben, seine unbequemen Wahrheiten auch rigoros umzusetzen. Der österreichische Cellist Friedrich Kleinhapl und sein deutscher Klavierpartner Andreas Woyke haben nach ihrem ersten Beetthoven-Album jetzt die beiden späten Cellosonaten op.102 nachgereicht und als Intermezzo die poetisch-innigliche letzte Violinsonate op. 96 in einer eigenen Transkription dazwischen geschoben. Und wir erleben eine weitere Lehrstunde für starke Nerven, in der beide wie Berserker wieder alle Härtegrade der Beethovenschen Ausdrucksskala - vom wilden Furor der Allegro-Sätze bis zum schutzlosen Lyrismus der langsamen Sätze mit schonungsloser Direktheit und wütenden Tempi ausleben, wie man es so intensiv und so zwingend schlüssig noch nie gehört hat.
Solche besessen ernsthaften Musiker, die persönlich hinter der Musik verschwinden, stehen heute oft im Schatten der zahlreichen kurzlebigen Selbstdarsteller oder der gecasteten Showtalente, die die Medien beherrschen."
 
Pizzicato's Excellentia Award for 12/2010
RéF schrieb in Pizzicato Folgendes zu dieser Cd:
"Ohne Maulkorb

Künstler, die alles anders machen als ihre Kollegen, sind eigentlich suspekt. Besonders, wenn die Stücke, die sie spielen, zum Upper Level der Literatur gehören. Oftmals haben wir es dann mit allzu recherchierten, erzwungenen und entsprechend manierierten Lesarten zu tun. Und manchmal drängen sich aber auch solche Interpretationen ganz einfach als richtig auf. Das war so bei den drei ersten Cellosonaten Ludwig van Beethovens mit dem Duo Kleinhapl-Woyke (Excellentia im Pizzicato) und es verhält sich nicht anders mit den beiden kurzen Sonaten des Opus 102 aus dem Jahre 1815. Schon die Wiener Allgemeine Musikalische Zeitung hatte die beiden Werke als sonderbar und ungewöhnlich bezeichnet. Vielleicht hatten sie ja damals so geklungen wie heute bei Kleinhapl und Woyke und sind nur im Laufe der Jahre übertüncht und gebändigt worden, zu einigermaßen salonfähigen Stücken, wie wir sie in diversen Interpretationen kennen.

Auf dieser CD jedenfalls ist alles Brave verschwunden, und die beiden Werke führen unmittelbar ins Innere der Beethovenschen Gefühlswelten, jenes damals dem Zusammenbruch nahen Menschen, der unter seiner zunehmenden Taubheit mehr litt als je zuvor und im Jahre 1815, als er sein letztes Konzert als Pianist gab, in einer tiefen Schaffenskrise an bedeutenden Werken eigentlich nur die beiden Cellosonaten des Opus 102 schrieb. Und kann man besser den in seinem inneren Gefängnis herumtobenden Beethoven erkennen als im schnellen Teil des zweiten Satzes der Vierten Sonate? Mit ihren enormen Kontrasten zwischen den langsamen Einleitungen und den hektisch schnellen Schlussteilen könnte man sie als 'Der Wolf im Käfig' überschreiben. Kein anderer Cellist hat das Knurren dieses Wolfes, sein Zuschnappen, sein Herumrennen im Kreis so packend zum Ausdruck gebracht wie Friedrich Kleinhapl das in dieser Aufnahme tut. Intensiver kann man diese Musik gewiss auch nicht spielen.

Eine tolle Explosivkraft erlangt auch die Fünfte Sonate, sowohl in einem abgrundtief schmerzlichen Adagio als auch im Schlusssatz, einer Fuge, die lange als derart unspielbar galt, dass sie immer zu langsam gespielt wurde. Hier erklingt sie endlich so knorrig und eruptiv wie Beethoven sie "mit erhobener Faust" (Kleinhapl) gedacht haben muss. Man muss es schon gehört und erlebt haben, um zu glauben, dass dies der Satz ist, den man so oft ganz anders, viel braver und mit einem Maulkorb gehört hat...

Zwischen diese beiden in höchster Leidenschaftlichkeit gespielten Cellosonaten haben die beiden Interpreten nicht die üblichen Cellovariationen geschoben, weil sie ihnen zu belanglos waren, sondern eine Transkription der Violinsonate von 1812, als lyrischen Gegenpol zu den Cellosonaten, voll und ganz der Ausdruck seiner Briefe an die Unsterbliche Geliebte. Und so sehr Kleinhapl und Woyke in den Cellosonaten Beethoven in Rage geraten lassen, so zart, berückend schön und kantabel, zartfühlend-sehnsüchtig (1. und 2. Satz) oder aber auch beschwingt und frohgemut (Scherzo und Finale) zeigen sie ihn hier.

Unseren Excellentia Award können wir dieser CD nicht verweigern, zumal das Duo Kleinhapl und Woyke seit seiner ersten Platte mit Beethoven-Sonaten noch stärker zusammengewachsen ist, noch kohärenter geworden ist, noch besser zusammen atmet und wirklich völlig zu einer Einheit verschmilzt. Die Interpretationen sind eigenwillig, ungestüm und für Puristen sicher schockierend. Für den aber, der Musik primär in all ihren Kontrasten und einer emotionalen Achterbahnfahrt erleben will, gibt es keine bessere Adresse als dieses Duo."
 
Kronen Zeitung - Kultur / CD Tipps
Matthias Wagner schrieb in der Kronen Zeitung am 10.12.2010 Folgendes über diese Cd:
"Groß waren die Erwartungen, nachdem die erste Beethoven-CD von Friedrich Kleinhapl (Cello) und Andreas Woyke (Klavier) in der Fachpresse fulminant eingeschlagen hatte. Nun haben sie die beiden Sonaten Opus 102 nachgereicht und damit alle fünf Cellosonaten des Komponisten für „Ars“ eingespielt. Im Sandwich der gerafften Cello-Explosionen liegt – gleichsam als versöhnliches Zwischenspiel – eine Kleinhapl-Bearbeitung der Violinsonate op. 96.

Das Duo, das wieder auf die bewährte Einspielungsvariante vor Publikum in der Grazer List-Halle zurückgegriffen hat, agiert in Überform, durchdringt die 1815 entstandenen Vorboten zu Beethovens Spätwerk bis in die letzte Faser.

Zärtlich setzt Kleinhapl den Bogen zum ersten kantablen Thema der C-Dur-Sonate op. 102/1 an: Der luftige Strich schwillt unter flexiblem Vibrato zu sehnsüchtigem Vollklang an, und bald nimmt dieser erste Doppelsatz Fahrt auf. Bei Kleinhapl liegen Wildheit und Leichtigkeit, Spiel- und Kampfeslust nahe beieinander, und mit Woyke eint ihn nach vielen gemeinsamen Jahren blindes Verständnis. Der deutsche Pianist tritt – auch dank wunderbar direkter Tonmischung – als gleichwertiger Partner auf. Er sorgt nicht nur für unerbittlichen Drive, sondern auch für eine überaus subtile dynamische Regie. Virtuosentum und Brillanz stehen ganz im Dienst eines packenden Dialogs, der in einem mitreißenden Teufelsritt des Duos in der großen Schluss-Fuge der D-Dur-Sonate op. 102/2 gipfelt.

Erschütternd zeitgemäß ersteht der späte Beethoven neben unseren Ohren, in all seiner schnörkellosen Direktheit packend erzählt: ruppig und ungeschönt, erfrischend ehrlich und technisch vollendet in jedem Moment."
 
NRZ - Neue Ruhr Zeitung
In der Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung vom 24.12.2010 (hb) heißt es über diese Cd wie folgt:
"Wenn einer Beethovens Spätstil so faszinierend beschreibt: da habe sich das „Leben nicht wie bei anderen Menschen in Richtung Hafen und Sicherheit, sondern immer weiter hinaus auf das offene Meer“ bewegt, dann wäre es fast schon verwerflich, das interpretatorisch nicht einzulösen. Die Sorge ist beim Cellisten Friedrich Kleinhapl unbegründet. Er schwimmt mit seinem Klavierbegleiter Andreas Woyke weit hinaus, lässt uns die Sonaten op. 102 als jene Ungeheuerlichkeiten erleben, die sie in einebnenden Musterdeutungen nie sein dürfen. Die schubertnahe G-Dur-Violinsonate op. 96 gibt’s in eigener Cellotranskription dazu."

(www.waz-mediengruppe.de)
 
Klassik Heute
Thomas Bopp schrieb für klassik-heute.de am 13.01.2011 Folgendes über diese Cd:
"Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität: 9
Gesamteindruck: 8
(Bewertungsskala: 1-10)


Anders als mit seinen Sonaten für Klavier und Violine betrat Beethoven mit den Sonaten für Klavier und Cello Neuland. Hier fehlte eine Tradition, auf der man hätte aufbauen können. Und anders als bei seinen Violinsonaten gibt es unter den insgesamt fünf Werken dieser Gattung ein „Spätwerk“: die beiden Sonaten in C-Dur und D-Dur aus op. 102, die Beethoven 1815 komponierte. Deren Dimensionen sind vergleichsweise knapp, das Wesentliche des kompositorischen Anliegens bringt Beethoven komprimiert auf den Punkt. Er befreit sich von formalen Zwängen und lässt es – abweichend von der tradierten Satzfolge – auch mit nur zwei aufeinanderfolgenden Satzkomplexen bewendet sein, wenn er auch innerhalb dieser Einheiten immer noch eine tempodifferenzierte Abfolge und einen Wandel des Ausdruckscharakters nachvollzieht.

Die „Wiener Allgemeine Musikalische Zeitung“ reagierte auf die Erstaufführung dieser beiden Cellosonaten Beethovens abweisend: „Diese beyden Sonaten gehören ganz gewiss zu dem Ungewöhnlichsten und Sonderbarsten, was seit langer Zeit, nicht nur in dieser Form, sondern überhaupt (…) geschrieben worden ist. Alles ist hier anders, ganz anders, als man es sonst, auch sogar von diesem Meister selbst, empfangen hat…“ Man kann sich des Eindrucks nicht ganz erwehren, dass der Pianist Andreas Woyke und der Cellist Friedrich Kleinhapl in ihrer Einspielung dieser Werke, mit der sie die erste Folge von Beethovens Cellosonaten nun komplettieren, das „Neuartige“ und das „„Andersartige“, kurz Beethovens stilistische Eigentümlichkeiten in diesen beiden Werken geradewegs lustvoll nach außen kehren wollten.

Schroff werden die Kontraste herausgearbeitet, mit scharfer Attacke die Akzente gesetzt, mit schneidender Prägnanz die Konturen der Stimmführung herausgemeißelt. Andreas Woyke behandelt seinen voluminösen Fazioli-Flügel kraftvoll zupackend und riskiert auch einmal eine gewisse klangliche Härte. Auf der anderen Seite schaffen er und sein „Partner am Violoncello“ – Beethoven hat sich auch in seinen späten Duos noch nicht ganz von der Führungsrolle des Klaviers lösen können – im Zurücknehmen auf die lyrischen Anteile den denkbar entferntesten Gegenpol hierzu.

Den Finalsatz der D-Dur-Sonate op. 102 Nr. 2 etwa nimmt man in dieser Darstellung wie ein engmaschig gerastertes Klangband wahr, die interpretatorische Auflösung der musikalischen Gedankenwelt Beethovens wirkt seltsam maschinell. Und im Finalsatz der C-Dur Sonate op. 102 Nr. 1 geht Friedrich Kleinhapl im einleitenden Adagioabschnitt neben seiner Anpassungsfähigkeit an die geschmeidige Formulierung der klanglichen Bögen im Klavier im folgenden Allegro vivace das Wagnis einer fast schon aufs tonlos Geräuschhafte reduzierten Abfolge der verlangten Tonrepetitionen ein. Das sind eher Klangmuster, wie sie in der Neuen Musik vorkommen.

Beethoven wird gewissermaßen mit der Brille des 20. Jahrhunderts gelesen. Das kann den Hörer fesseln, aber es verstört auch. In der Violoncello-Adaption der letzten Violinsonate Beethovens (G-Dur op. 96) schreiten die Künstler im Kopfsatz ein weites gestalterisches Feld aus und lassen sich auch hier zu manchen Übertreibungen verleiten. Das Adagio espressivo, von Andreas Woyke am Klavier weich und rund ausgesungen, hätte man sich im Violoncello noch ein wenig luftiger und ätherischer gewünscht, das bleibt aber doch recht erdverbunden. Verhältnismäßig ruppig wiederum klingt das Scherzo, sehr agil gleiten die Interpreten durch die Ausdrucksbereiche der Variationenreihe im Finalsatz."
 
Audiophile 1/2011
Attila Csampai schrieb in Audiophile Folgendes über diese Cd:
"Auf Mozarts „Zauberreich“ der reinen Empfindung und Haydns Diskretion hat Beethoven mit aufklärerischem Furor geantwortet, doch gibt es bis heute kaum noch Musiker, die den Mut haben, seine unbequemen Wahrheiten rigoros umzusetzen. Der österreichische Cellist Friedrich Kleinhapl und sein deutscher Klavierpartner Andreas Woyke zählen zu dieser seltenen Spezies. Nach ihrem ersten, furiosen Beethoven-Album haben sie jetzt die beiden späten Cellosonaten op.102 nachgereicht und als Intermezzo die poetisch-innigliche letzte Violinsonate op.96 in einer eigenen Bearbeitung dazwischengeschoben. Und wir erleben erneut eine Lehrstunde für starke Gemüter, in der beide wie Berserker wieder alle Facetten und Härtegrade des Beethovenschen Ausdrucksskala mit schonungsloser Direktheit und einer elektrisierenden Intensität ausleben und ausspielen – wie man es so ungeschminkt und zwingend noch nicht gehört hat. Hier transzendiert das Schöne zum Wahren, das Angenehme zum Erschütternden, und Tonmeister Manfred Schumacher unterstützt mit knochentrocken attackierendem 5.0-Sound den radikalen Ansatz der Interpreten."
 
Kundenrezensionen
none Sterne
von Caelyn am 13.01.2012 um 10:59 Uhr
I see, I suoppse that would have to be the case.
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