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"Oskar Gottlieb Blarr: Orgelwerke vol. 3"

Komponist: Oskar Gottlieb Blarr, Joachim Neander

Interpret(en): Martin Schmeding

Aufnahme: 30.3.-2.4.2007

Qualität: DSD

EAN: 4260052380178

Bestell-Nr.: ARS 38 017

Preis: 21,00 €

Spieldauer: 67:54

Veröffentlicht: 10.06.2007


Diese CD ist die dritte Einspielung meiner Stücke für Orgel und enthält die Kompositionen von 2004 – 2006. Die beiden ersten CDs erschienen im Mai 2004 bei Ars musici AM 1388-2 und enthalten alle Stücke von 1953 bis 2003, eingespielt von Wolfgang Abendroth an der Beckerath-Orgel der Johanneskirche und der Rieger-Orgel der Neanderkirche Düsseldorf.

Die Aufnahme beginnt mit den fünf kurzen Orgelstücken „Heilendes Wasser“, die zwischen dem 11. Januar und 1. März 2004 für die große Beckerath-Orgel in der Johanneskirche in Düsseldorf geschrieben wurden. Die Uraufführung spielte Wolfgang Abendroth beim Festival „Energie-Wasser“ im September 2004. Die fünf Sätze sind:
1. „Am Bach die Nachtigall“ – Kidron. (Joh. 18,1) für Montag
2. „Wasser zu Wein“ – Die Hochzeit zu Kana. (Joh. 2,1-11) für Dienstag
3. „Heilendes Wasser“ – Bethesda. (Joh. 5,1-9) für Mittwoch
4. „Rhenus fluvius“ – Es kommt ein Schiff. (J. Tauler) für Donnerstag
5. „Vögel am Jordan“ – Ein Tauflied. (Matthäus 3,13-17) für Freitag

Orgelsinfonie „Der Lobende“ (2005): Am 13. Januar 2004 hatte der Düsseldorfer Oberbürgermeister auf Vorschlag des damaligen Stadtdirektors Grosse-Brockhoff mir ein Kompositionsstipendium im Rahmen der Dr. Karl Emil und Lili Brügmann-Stiftung verliehen. Ich versprach die Komposition eines größeren Orgelwerkes über das Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“, das Joachim Neander in seiner Zeit als Rektor der reformierten Lateinschule in Düsseldorf schrieb, und das bald nach seiner Veröffentlichung zu einem ökumenischen Hit wurde. Neanders Lied trägt als hebräische Überschrift den Anfang von Psalm 103 „Barechi nafschi ät Adonai wechol k`rawai schem kodscho“ - „Lobe den Herren meine Seele und was in mir ist, seinen heiligen Namen“. Die Sätze I bis IV meiner Orgel Symphonie schrieb ich in Jerusalem; dort hatte ich im Refektorium der Erlöserkirche und im Gästehaus der deutschen Propstei eine ideale Bleibe. Satz V habe ich in Düsseldorf fertig gestellt. Damit hatte ich ein Versprechen eingelöst, das ich 1997 im Nachwort der Neander-Biographie von Helmut Ackermann „Joachim Neander, sein Leben, seine Lieder, sein Tal“ gab. Seltsamerweise existierte bisher – außer der wunderbaren Bachkantate BWV 137 – keine größere Komposition über das beliebte Neander-Lied. Meine Orgel-Sinfonie komponiert die fünf Strophen des J. Neander. Ich schrieb keine gepanzerte wilhelminische Protzhymne, sondern folgte dem Daktylus der Originalmelodie als modernes Tanzlied des jungen rheinischen Pietismus.

So finden sich in meiner Komposition neben kunstvollen Kontrapunkten und kabbalistischen Verschlüsselungen allerlei Tänze wie Saltarello, Tarantella, Tango, ein Blues und diverse Echos.
I. Satz
1. Saltarello – 2. Choral – 3. Recit (Solo) – 4. Tarantella. („Lasset die Musicam hören“) – 5. Echo
II. Satz
1. Carillon (nach einer Läute-Sequenz der Grabeskirche in Jerusalem) „Der alles so herrlich regieret“ – 2. „Auf Adelers Fittichen sicher geführet“ – 3. Kleines Duo – 4. Recit II  „Hastu nicht dieses verspühret“ – 5. Echo
III. Satz
1. Trio – 2. Choral – 3. Holy Blues for Dr. Petra Held in Jerusalem („In wie viel Noht“) – 4. Recit III (Tierce en taille – „Über dir Flügel gebreitet“) – 5. Echo
IV. Satz
1. Recit IV, Organum „deinen Stand sichtbahr gesegnet“ – 2. Der Regenbogen („Mit Strömen der Liebe“) – 3. („dencke daran“) – 4. Holy Tango „der Dir mit Liebe begegnet“ für Margret Fries (Melodie „von Gott will ich nicht lassen“) – 5. Echo
V. Satz
1. Toccata I “Was in mir ist, Lobe der Namen“ – 2. Recit V (Solo) „Mit Abrahams Samen“ – 3. Toccata II „Er ist dein Licht“ (Chanukka-Melodie „maoz tsur jeschuoti“) – 4. A  ground (Kanon per augmentationem, contrario motu) „Seele, vergiss es ja nicht“ – 5. Bulbul und Toccata III „Lobende, schliesse mit Amen“.

Die Sinfonie ist Prof. Martin Schmeding gewidmet und wurde von ihm am 30 Oktober 2005 beim Zyklus „3 mal neu“ an der Rieger-Orgel der Neanderkirche in Düsseldorf uraufgeführt.
„Holy Tango II“ über die Melodie des Paul-Gerhard-Lieds „Ist Gott für mich“, komponiert für Frau Ewa Maria Magdalena Guski, wurde uraufgeführt am 16. März 2007 beim Paul-Gerhardt-Fest durch Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche Düsseldorf. Das Stück beginnt, quasi de profundis, mit einem neunstimmigen Kanon als Crescendo. Der Tango folgt dem Schema A-B-A, Tango – Trio – Tango. Zur Herkunft der Melodie: Sie begegnet kurz vor Paul Gerhardt als Rolandslied in dem Virginal-Stück „Rowland“ von William Byrd. Oskar Gottlieb Blarr

Oskar Gottlieb Blarr (* 1934)

Heilendes Wasser
1    „Am Bach die Nachtigall“
2    „Wasser zu Wein“
3    „Heilendes Wasser“
4    „Rhenus fluvius“
5    „Vögel am Jordan“

Orgelsinfonie „Der Lobende“ (2005)
über das Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“
von Joachim Neander (1650-1680)
6    Der Daktylus
7    Auf Adelers Fittichen
8    In wieviel Not
9    Mit Strömen der Liebe
10    Mit Abrahams Samen

11    Holy Tango II

 

Martin Schmeding, Orgel

(Europa-Orgel Felix Mendelssohn
Auferstehungskirche zu Düsseldorf-Oberkassel)

 

Einer der Altmeister der Tonschaffenden, Peter K. Burkowitz - Leiter der EMI Köln bis 1964 und später technischer Direktor der Grammophon – in einem Gespräch mit dem Toningenieur Holger Siedler
".. es gab für ihn klanglich bisher nur eine Referenzaufnahme betreffs plastischer Orgelabbildung - eine Aufnahme aus dem USA. Die ARS-Produktion mit Blarr und der Europaorgel wäre seine zweite Referenzaufnahme! Er bescheibt den Klang als fundamental aber nicht dröhnend, exakt würde sein Holzboden bei 30 Hz vibrieren und dennoch wäre die Aufnahme kristall klar.”

Burkowitz kann auf ein äußerst interessantes Berufsleben zurückblicken und ist heute mit 87Jahren immer noch in beratender Funktion für viele Tonmeister, Labels und Institutionen tätig. Seine legendären Stereoaufnahmen in den 50iger und 60iger Jahren, u.a mit Karajan, Stockowski, Bernstein gelten heute noch als Referenz.

Inhalt des Albums
Titel Dauer Bitrate   Aktion Preis
01. Heilendes Wasser - „Am Bach die Nachtigall“ 02:26  320 kbit/s   
 
1,20 € 
02. Heilendes Wasser - „Wasser zu Wein“ 01:46  320 kbit/s   
 
1,20 € 
03. Heilendes Wasser - „Heilendes Wasser“ 02:17  320 kbit/s   
 
1,20 € 
04. Heilendes Wasser - „Rhenus fluvius“ 02:09  320 kbit/s   
 
1,20 € 
05. Heilendes Wasser - „Vögel am Jordan“ 02:57  320 kbit/s   
 
1,20 € 
06. Orgelsinfonie „Der Lobende“ - Der Daktylus 08:21  320 kbit/s   
 
1,20 € 
07. Orgelsinfonie „Der Lobende“ - Auf Adelers Fittichen 08:01  320 kbit/s   
 
1,20 € 
08. Orgelsinfonie „Der Lobende“ - In wieviel Not 09:42  320 kbit/s   
 
1,20 € 
09. Orgelsinfonie „Der Lobende“ - Mit Strömen der Liebe 09:32  320 kbit/s   
 
1,20 € 
10. Orgelsinfonie „Der Lobende“ - Mit Abrahams Samen 13:42  320 kbit/s   
 
1,20 € 
11. Holy Tango II 06:54  320 kbit/s   
 
1,20 € 
CDs / SACDs
Titel Dauer Medium   Aktion Preis
Oskar Gottlieb Blarr: Orgelwerke vol. 3 67:54 SACD  
21,00 €
Tipps

Rezensionen
Klassik.com
Christian Vitalis von klassik.com schrieb am 02.12.2007 Folgendes über diese Cd:
"[...] Blarrs Kompositionen stellen eine gelungene Synthese von altem Liedgut und modernen Tanzformen dar, sie sind alles andere als trivial und in keiner Weise als ‚Sacro-Pop’ zu bezeichnen: erfrischend anders und hörenswert.
Souverän gespielt
Martin Schmeding gestaltet die Kompositionen souverän. In technischer Sicht ist alles perfekt. Sowohl in der Detailgestaltung als auch im Aufbau großer Spannungsbögen wissen seine Interpretationen zu überzeugen; die Elemente fügen sich zu einem überzeugenden Ganzen. Die ‚swingenden’ Elemente lebt Schmeding lustvoll aus, ohne sie jedoch als bloß äußeren Effekt zu verstehen; sie werden überzeugend in das würdevolle und stimmige Gesamtbild integriert.
[...] Hervorragend ist sein Klang eingefangen; die als Hybrid-SACD erschienene Platte bildet den Orgelklang sehr plastisch und transparent ohne jegliche Störgeräusche ab. Insgesamt eine Produktion mit interessanter, erfrischend ‚anderer’ zeitgenössischer Orgelmusik, die durch die enge Mitwirkung des Komponisten zudem besondere Authentizität beanspruchen darf."
 
Fono Forum 02/08
Friedrich Sprondel schrieb im Fono Forum Folgendes über diese Cd:
"[...] Ein anderer Unbeirrbarer ist Oskar Gottlieb Blarr. Der 1935 in Ostpreußen geborene Komponist hat über Jahrzehnte an der Düsseldorfer Neanderkirche gewirkt, und Joachim Neanders berühmtes Lied "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" liefert den Hintergrund für Blarrs Orgelsinfonie "Der Lobende". Der Widmungsträger Martin Schmeding hat sie in der Auferstehungskirche in Düsseldorf-Oberkassel eingespielt. Und wie deren neue Sauer-Orgel klassische Klarheit, romantische Streicherfarben, moderne Obertonregister und französische Klangwucht überzeugend zusammenbringt, speist sich auch Blarrs Musik aus vielen Quellen: französisch-barocke Satztypen, Messiaens Vogelstimmen, orientalische Modi und Rhythmen, Blues, Nuevo Tango. Mit nie versiegendem Assoziationsreichtum arbeitet Blarr sich an Neanders Lied ab, Schmeding folgt ihm mit kongenialer Spielfreude. Dazu kommt, dass die Klangfülle des Instruments durch Holger Siedler in idealer Weise eingefangen wurde."
 
Ars Organi, Heft 3/2009
Markus Zimmermann schreibt in Ars Organi Folgendes über diese Cd:
"Allen drei Kompositionen dieser Einspielung aus der Feder des unermüdlichen Oskar Gottlieb Blarr (* 1934) ist die Spannung zwischen bewegten Tanzrhythmen einerseits und elegischen bis statischen Abschnitten andererseits gemeinsam. Ferrner schwingen stets (alttestamentarische) biblische Sujets mit. So bilden der Bach Kidron, die Hochzeit zu Kana, Bethesda, der Rhein ("Es kommt ein Schiff geladen") und der Jordan die Themen fur den Zyklus "Heilende Wasser", in dessen zahlreichen Einzelmotiven nicht nur Spielarten des Wassers wiederkehren, sondern auch mancher Vogelruf im Geiste Olivier Messiaens.
Im gleichen Jahr (2004) entstand die Orgelsinfonie "Der Lobende" als Auftragsswerk der Stadt Düsseldorf. In ihr widmet sich Blarr dem berühmten Lied "Lobe den Herren" von Joachim Neander, der 1674-79 Rektor der reformierten Lateinschule in Düsseldorf war. Angesichts der Themen- und Formenvielfalt, die Blarr in den fünf mehrfach gegliederten Sätzen aus der Melodie entwickelt, ist es erstaunlich, dass zuvor kaum Bedeutendes fur Orgel über diesen Cantus firmus geschrieben worden ist. Wiederum wählt der Komponist eine am vertrauten Tonartensystem orientierte, aber mitunter weit ausgreifende Tonsprache und stellt jeden Abschnitt unter ein bestimmtes Motto aus Psalm 103; besonders sinnfällig: "Er ist dein Licht" mit der traditionellen Chanuka-Melodie. Fetzige Jazz-Rhythmen, originelle Spaltklänge und Sondereffekte fehlen auch hier nicht.
Insgesamt ruhiger ist "Holy Tango II" angelegt, wo Blarr als Grundlage die aus England stammende Melodie des Paul-Gerhardt-Liedes "Ist Gott fur mich, so trete / gleich alles wider mich" verwendet. Hier kommen besonders die romantischen Qualitäten der Europa-Orgel der Auferstehungsskirche in Düsseldorf Oberkassel zur Gelltung. Das üppig disponierte, wohlintonierte Werk stammt (wie das Booklet leider nicht verrät) aus der Werkstatt Sauer in Frankfurt (Oder) und wurde 2004 fertiggestellt. Es enthält neben einigen ,orgelbewegten " aber charakteristischen Mixturen eine Reihe von exotischen Registern (Blues-Quarte, Guarrneri-Terz und Kawalflöte). Martin Schmeding versteht es vortrefflich, die vielfältigen Ressourcen im Sinne guter Durchhörbarkeit einzusetzen und bringt die von Fröhlichkeit durchzogenen Werke so richtig zum Leuchten. Das ist bei zeitgenössischen Orgelkompositionen nicht selbstverständlich und empfiehlt diese CD auch fur ,Neueinsteiger' in das Metier."
 
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