Aufnahme: Bolshoi Saal des Moskauer Tschaikovsky Konservatoriums
Qualität:
DDD
EAN:
4260052384848
Bestell-Nr.:
ARS 38 484
Preis:
18,00 €
Spieldauer:
60:47
Veröffentlicht: 01.08.2008
„Einmal sprach ich mit Mikhail Kollontay darüber, was das eigentlich für ein Genre sei, die Ballade. Und Mikhail hat es sehr schön formuliert: eine Ballade ist immer eine Erzählung, eine Geschichte, die nach und nach an Persönlichkeit gewinnt und im Verlaufe derer uns klar wird, dass sie noch gar nicht abgeschlossen ist, sondern dass wir Zeugen sind, wie sie sich entwickelt und wie sie schließlich endet – Ich fand diese Beschreibung einfach fantastisch! Und wenn ich an Balladen denke, gleich, von welchem Komponisten, sei es Chopin, Liszt oder Brahms, so sehe ich genau, wo die Vergangenheit sich in Gegenwart verwandelt. Und das macht die Interpretation einfach spannend!“ Elena Kuschnerova
Johannes Brahms (1833-1897) Vier Balladen op. 10 01. 1 Andante – Allegro – Andante Nach der schottischen Ballade „Edward“ in Herders „Stimmen der Völker“ 02. 2 Andante – Allegro non troppo – Molto staccato e leggiero – Andante 03. 3 Intermezzo. Allegro 04. 4 Andante con moto
Mikhail Kollontay (*1952) Sieben Romantische Balladen op. 2 bis (premiere recording) Elena Kuschnerova gewidmet - dedicated to Elena Kuschnerova 05. 1 „Die Sintflut“ 06. 2 „Zingaresca“ 07. 3 „Das Trauerlied“ 08. 4 „Die Gespenster“ 09. 5 „Der Vampir“ 10. 6 „Medium“ 11. 7 „Guillotine“
Pizzicato 5/2009
Immer wenn bei Elena Kuschhnerova die letzten Töne einer Ballade verklingen, hat man den Eindruck, dass die Geschichte, die Brahms erzählen wollte, nicht zu Ende ist, dass er uns nur Momentaufnahmen zeigte. Und dann las ich im Textbüchlein der CD folgendes: "Einmal sprach ich mit Mikhail Kollontay darüber, was das eigentlich für ein Genre sei, die Ballade. Und Mikhail hat es sehr schön formuliert: Eine Ballade ist immer eine Erzählung, eine Geschichte, die nach und nach an Persönlichkeit gewinnt und im Verlaufe derer uns klar wird, dass sie noch gar nicht abgeschlossen ist, sondern dass wir Zeugen sind, wie sie sich entwickelt und wie sie schließlich endet." ... endet, eben ohne wirklich zu Ende zu sein. Das macht Elena Kuschnerova aufregend deutlich. Sie har sich intensiv mit den Balladen von Johannes Brahms auseinandergesetzt. Aus der Tiefe und der Genauigkeit ihrer Einfühlung gewinnt sie einen stupenden Reichtum agogischer und dynamischer Zwischenwerte, die nur wenige Pianisten so zum Ausdruck bringen - unweigerlich denkt man dabei an Benedetti-Michelangeli. Kuschnerovas dynamische Wechsel und Akzentuierungen verraten eine Klangphantasie, die es ihr erlaubt, sehr persönlich zu spielen, ohne Brahms zu verraten. Erstaunlich!
Mikhail Kollontay (*1952) gab seinen sieben Balladen die Titel 'Die Sintflut', 'Zingaresca', 'Das Trauerlied', 'Die Gespenster', 'Der Vampir', 'Medium', 'Guillotine'. Die Stücke sind mit den reflektiven Brahms-Werken nicht zu vergleichen. Sie sprechen eine direktere Sprache, aber sie sagen uns etwas, sie berichten von schaurigen Geschichten, literarisch inspiriert. Klanglich relativ modern, mit erheblicher technischer Anforderung an den Interpreten, sind sie von starker Wirkung auf den Zuhörer.