Details

"Beethoven Violinsonaten I"

Komponist: Ludwig van Beethoven

Interpret(en): Nora Chastain, Friedemann Rieger

Aufnahme: 2006

Qualität: DDD

EAN: 4260052384411

Bestell-Nr.: ARS 38 441

Spieldauer: 72:53

Veröffentlicht: 13.03.2006


Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Sonate für Violine und Klavier D-Dur op. 12 Nr. 1
01   Allegro con brio
02   Thema con Variazioni. Andante con moto
03   Rondo. Allegro    

Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 12 Nr. 2
04   Allegro vivace
05   Andante, piu tosto Allegretto
06   Allegro piacevole

Sonate für Violine und Klavier Es-Dur op. 12 Nr. 3
07   Allegro con spirito
08   Adagio con molto espressione
09   Rondo. Allegro molto

Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 30 Nr. 3
10   Allegro assai
11   Tempo di Minuetto ma molto moderato e grazioso
12   Allegro vivace
 

Nora Chastain, Violine
Friedemann Rieger, Klavier


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Rezensionen
Klassik.com
Interpretation: 5 Sterne
Klangqualität: 4 Sterne
Repertoirewert: 4 Sterne
Booklet: 4 Sterne

Rebecca Vogels von klassik.com schrieb am 18.08.2006 zu dieser CD:
"Zwischen entfant terrible und kammermusikalischer Gourmandise

Im Gesamtwerk Beethovens nehmen dessen zehn Sonaten für Violine und Klavier eher einen untergeordneten Platz ein. Ob dieser Zustand wirklich an mangelnder kompositorischer Durchschlagskraft oder eben doch eher an minderwertiger Aufführungspraxis liegt bleibt dahingestellt. Sicher ist nur, das sich die Geiger des Virtuosentums weniger um kammermusikalische Klangkultur, denn um die Profilierung ihrer eigenen, technisch-herausragenden Fähigkeiten scherten und sich somit meist nur weniger versierte Laien der Sonatensammlung Beethovens widmeten.

„Dabei“- so Flesch- „enthalten diese Sonaten soviel des Schönen, dass bei vollkommener Wiedergabe Hörer und Spieler in gleichem Maße dem Banne des Beethovenschen Genius verfallen müssen, wie beim Anhören der Klaviersonaten, Streichquartette und Sinfonien.“

Dass es sich bei den Beethovenschen Violinsonaten, die alle in die mittlere Schaffensperiode des Komponisten fallen, keineswegs um ein „Enfant terrible“ handelt beweisen nun die kalifornische Geigerin Nora Chastain und ihr Klavierpartner Friedemann Rieger mit einer Aufnahme, die bei ARS erschienen ist und die aufhorchen lässt.

Aufgenommen wurden alle zehn Sonaten des Bonner Komponisten in einem Zeitraum von nicht weniger als zwölf Jahren. Einem Zeitraum also, der noch über den der Enstehung von acht Jahren hinausgeht. Dabei bemühte sich das Duo durchweg um eine werktreue, stilsichere, charakteristische und dennoch persönliche Interpretation. Die erste CD von Chastain und Rieger widmet sich – ungeachtet der chronologischen Reihenfolge- den Sonaten op.12 Nr.1-3 sowie der Sonate op.30 Nr.3.

Zwischen pianistischem Patriarchat und Emanzipation

Die drei Sonaten op.12 sind die ersten Versuche des 27-jährigen Komponisten „seinem“ Instrument, dem Klavier, einen gleichberechtigten Violinpart an die Seite zu stellen. Anders als in den 32 Kaviersonaten wird hier nicht die „Magna Charta des Klavieres“ beschworen, sondern es wird sich um emanzipierte Dialogformen, um musizierte Konversation bemüht.

Mit Chastain und Rieger wurde dabei ein Duo gewonnen, dass den vielfach unterschätzten Anforderungen dieser Sonaten nicht nur gewachsen, sondern sich dieser auch bewusst ist.

Bereits die glanzvollen Kopfsatzeröffnungen der ersten und der dritten Sonate geben Chastain die Möglichkeit mit weiträumigen Läufen den Ambitus ihres Instrumentes sowie ihre eigene technische Brillanz vorzuführen.

Revolutionär und Traditionalist

Verspielt- wäre wohl die richtige Beschreibung für Beethovens erste Sonate in D-Dur, die emotional betrachtet wohl im Stil des „Sturm und Drang“ beheimatet ist. Und auch Chastain und Rieger gebärden sich wie echte Stürmer und Dränger in einer Schillerschen Tragödie: voller innerer Aufgewühltheit, voll von revolutionärem Gedankengut und Ausdruckswillen. Dabei ist ihre Interpretation jedoch nie schwülstig oder unkontrolliert, sondern vom Bewusstsein um kontrast- und facettenreiche Gefühle inspiriert.

Die Sonate op.30, Nr.3 entstammt einem gefühlsmäßig schon reiferen Beethoven, obgleich sie nur durch einen Zeitraum von weniger als fünf Jahren von den Erstlingswerken getrennt ist. Hier ist wenig vom Revoluzzer der „Pathetique“ spürbar, als vielmehr von einem konventionell geprägten Beethoven der traditionelle Strukturen an die Stelle stilistischen Neulands setzt. Chastain und Rieger machen auch hier mit lyrischer Tonsprache, wie auch mit virtuoser Präsenz gleichsam auf sich aufmerksam, lassen sie den Hörer an der Entstehung der Musik gewissermaßen teilhaben, geben ihm also die Chance die Entwicklung innerhalb einer Phrase mitzuverfolgen, mitzuerleben.

Mit Chastain und Rieger wurden zwei Beethoven-Interpreten gewonnen, die den Zuhörer abholen und ihm einen Beethoven nahe legen, der an Klarheit, an Intimität, genauso wenig vermissen lässt, wie an fein-nuanciertem Ausdruck."
 
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