Details

"Beethoven Violinsonaten II"

Komponist: Ludwig van Beethoven

Interpret(en): Nora Chastain, Friedemann Rieger

Aufnahme: 2006

Qualität: DDD

EAN: 4260052384428

Bestell-Nr.: ARS 38 442

Spieldauer: 74:45

Veröffentlicht: 25.04.2006


Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Sonate für Violine und Klavier a-moll op. 23
01   Presto
02   Andante scherzoso, piu Allegretto
03   Allegro molto

Sonate für Violine und Klavier F-Dur op. 24 "Frühlingssonate"
04   Allegro
05   Adagio molto espressivo
06   Scherzo: Allegro molto
07   Rondo: Allegro ma non troppo

Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 47 "Kreutzer-Sonate"
08   Adagio sostenuto - Presto
09   Andante con Variazioni
10   Presto
 

Nora Chastain, Violine
Friedemann Rieger, Klavier

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Rezensionen
Klassik.com
Interpretation: 5 Sterne
Klangqualität: 4 Sterne
Repertoirewert: 4 Sterne
Booklet: 4 Sterne

Rebecca Vogels von klassik.com schrieb am 19.08.2006 Folgendes über diese Cd:
"Zwischen entfant terrible und kammermusikalischer Gourmandise

Im Gesamtwerk Beethovens nehmen dessen zehn Sonaten für Violine und Klavier eher einen untergeordneten Platz ein. Ob dieser Zustand wirklich an mangelnder kompositorischer Durchschlagskraft oder eben doch eher an minderwertiger Aufführungspraxis liegt bleibt dahingestellt. Sicher ist nur, das sich die Geiger des Virtuosentums weniger um kammermusikalische Klangkultur, denn um die Profilierung ihrer eigenen, technisch-herausragenden Fähigkeiten scherten und sich somit meist nur weniger versierte Laien der Sonatensammlung Beethovens widmeten.

„Dabei“- so Flesch- „enthalten diese Sonaten soviel des Schönen, dass bei vollkommener Wiedergabe Hörer und Spieler in gleichem Maße dem Banne des Beethovenschen Genius verfallen müssen, wie beim Anhören der Klaviersonaten, Streichquartette und Sinfonien.“

Das es sich bei den Beethovenschen Violinsonaten, die alle in die mittlere Schaffensperiode des Komponisten fallen, keineswegs um ein „Enfant terrible“ handelt beweisen nun die kalifornische Geigerin Nora Chastain und ihr Klavierpartner Friedemann Rieger mit einer Aufnahme, die bei ARS erschienen ist und die aufhorchen lässt.

Aufgenommen wurden alle zehn Sonaten des Bonner Komponisten in einem Zeitraum von nicht weniger als zwölf Jahren. Einem Zeitraum also, der noch über den der Entstehung von acht Jahren hinausgeht. Dabei bemühte sich das Duo durchweg um eine werktreue, stilsichere, charakteristische und dennoch persönliche Interpretation.

Die zweite CD der Gesamtaufnahme der Beethovensonaten beheimatet zwei der wohl berühmtesten Werke für Violine und Klavier des „Götterfunken“- Komponisten: Die Frühlingssonate F-Dur op.24 und die Kreutzer-Sonate A-Dur op. 47, die dem französischen Geiger Rudolphe Kreutzer gewidmet ist, der diese paradoxerweise allerdings nie gespielt hat, da er sie für zu schwer erachtet hat.

Liebesschwüre und offene Geständnisse

Die Schwierigkeiten denen Kreutzer sich nicht hatte aussetzen wollen, meistert Chastain mit bravouröser Selbstverständlichkeit. So beginnt bereits das mehrstimmige Solo der Violine im ersten Satz der Violine vielversprechend. Doch nicht nur ausgefeilte Technik, Doppelgriffpassagen und überraschende Modulationen zeichnen diese Interpretation aus. Vielmehr ist es wieder das Gespräch, die Konversation die Chastain und Rieger betreiben, die - ganz wie bei der ersten CD- im Vordergrund steht. Dabei handelt es sich um den Dialog eines geschäftlichen Meetings genauso wenig wie um eine amtlich-aristokratische Abendunterhaltung. Chastains und Riegers Tonsprache ist vielseitiger, offener, intimer; reicht sie doch von leidenschaftlichen Erregungszuständen über expressive Liebesschwüre bis hin zu ehrlichen, unbarmherzigen Geständnissen. Geständnisse, die ein 32-jähriger, bereits von den ersten Symptomen seiner beginnenden Taubheit befallener Komponist an seine Hörerschaft gerichtet hat.

Die Frühlingssonate op. 24 lässt mit ihrem – ähnlich der Pastoral-Klaviersonate - heiteren und idyllischen Tonfall nicht viel von dem unentrinnbaren Schicksal des Komponisten durchblicken. Hier herrscht klassisches Klangideal, Ausgewogenheit und fast modellhafte Ästhetik, die dennoch nie schablonenhaft wirkt. Hier „singen“ Geige und Klavier förmlich miteinander. Chastains und Riegers Interpretation ist jedoch trotz schlichter Schönheit alles andere als „harmlos“ oder „idyllisch.“ Ob es an der kalifornischen Entschlossenheit und Zielstrebigkeit der Violinistin oder aber an dem fordernden, vorwärts drängenden Tempoanspruch des Pianisten liegt: diese Interpretation ist fernab vom ewig-eitlen Sonnenschein. Mit tiefer Ernsthaftigkeit und veritabler Empfindung wird hier musiziert jedoch ohne die frühlingshafte Stimmung mit einem allzu schwerfälligen Schleier zu überdecken."
 
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