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"Beethoven Violinsonaten III"

Komponist: Ludwig van Beethoven

Interpret(en): Nora Chastain, Friedemann Rieger

Aufnahme: 1/2004 & 3/1995

Qualität: DDD

EAN: 4260052384435

Bestell-Nr.: ARS 38 443

Spieldauer: 74:18

Veröffentlicht: 31.12.2005


Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Sonate für Violine und Klavier A-Dur op.30 Nr. 1
01   Allegro
02   Adagio molto espressivo
03   Allegretto con Variazioni

Sonate für Violine und Klavier c-moll op. 30 Nr. 2
04   Allegro con brio
05   Adagio cantabile
06   Scherzo. Allegro
07   Finale. Allegro

Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 96
08   Allegro moderato
09   Adagio espressivo
10   Scherzo. Allegro
11   Poco Allegretto
 

Nora Chastain, Violine
Friedemann Rieger, Klavier


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Rezensionen
Klassik.com
Interpretation: 5 Sterne
Klangqualität: 4 Sterne
Repertoirewert: 4 Sterne
Booklet: 4 Sterne

Zwischen entfant terrible und kammermusikalischer Gourmandise III

Im Gesamtwerk Beethovens nehmen dessen zehn Sonaten für Violine und Klavier eher einen untergeordneten Platz ein. Ob dieser Zustand wirklich an mangelnder kompositorischer Durchschlagskraft oder eben doch eher an minderwertiger Aufführungspraxis liegt bleibt dahingestellt. Sicher ist nur, das sich die Geiger des Virtuosentums weniger um kammermusikalische Klangkultur, denn um die Profilierung ihrer eigenen, technisch-herausragenden Fähigkeiten scherten und sich somit meist nur weniger versierte Laien der Sonatensammlung Beethovens widmeten.

„Dabei“- so Flesch- „enthalten diese Sonaten soviel des Schönen, dass bei vollkommener Wiedergabe Hörer und Spieler in gleichem Maße dem Banne des Beethovenschen Genius verfallen müssen, wie beim Anhören der Klaviersonaten, Streichquartette und Sinfonien.“

Das es sich bei den Beethovenschen Violinsonaten, die alle in die mittlere Schaffensperiode des Komponisten fallen, keineswegs um ein „Enfant terrible“ handelt beweisen nun die kalifornische Geigerin Nora Chastain und ihr Klavierpartner Friedemann Rieger mit einer Aufnahme, die bei ARS erschienen ist und die aufhorchen lässt.

Aufgenommen wurden alle zehn Sonaten des Bonner Komponisten in einem Zeitraum von nicht weniger als zwölf Jahren. Einem Zeitraum also, der noch über den der Entstehung von acht Jahren hinausgeht. Dabei bemühte sich das Duo durchweg um eine werktreue, stilsichere, charakteristische und dennoch persönliche Interpretation.

Die dritte CD, der Beethovenschen Gesamtaufnahme mit Sonaten für Violine und Klavier beschäftigt sich mit den Werken op.30, Nr.1 und 2 sowie mit op.96.

In der mittleren Sonate des op.30. steht die seelische Qual, die innere Spannung und Zerrissenheit eines Menschen, der im Bewusstsein seiner unentrinnbaren Taubheit ist, im Zentrum des inner-dramatischen Geschehens. Vorbei ist es mit „Frühlingshafter“ Idylle, vorbei auch mit der Unbeschwertheit, die noch die vorhergehende Sonate selbigen Opus´ durchzogen hatte. Chastain und Rieger scheuen sich nicht, auch die düstere Seite Beethovens in dieser Sonate auszuloten. So stehen barsche Akkorde, Don Quichotteischer Kampf gegen das Schicksal, im ersten Satz neben tiefer Verzweiflung des zweiten Satzes. Rieger quält sich durch dessen Anfangsakkorde in einem leidensvoll-langsamen Tempo. Hier ist nichts mehr von dem Dualismus der vorhergehenden Violinsonaten enthalten. Der eine Kammermusikpartner beantwortet nicht mehr lediglich die Melodie des anderen, er führt sie weiter, verhilft ihr zur Entwicklung. Die Dialogform ist einer Synthese zwischen Violine und Klavier gewichen.

Rebecca Vogels von klassik.com schrieb am 20.08.2006 Folgendes über diese Cd:
"Chastain und Rieger finden blaue Blume der Romantik

Die Sonate op.96 ist die letzte der Beethoven Violinsonaten und trägt bereits unübersehbare Kennzeichen dessen Spätwerks: verdichtete Klangstrukturen, lyrische Entwicklungslinien sowie vielfältige Seitengedanken kombiniert mit einer eher introvertierten Schlichtheit. Introvertiert wirkt auch die Interpretation dieses Duos. Wo sie in der G-Dur Sonate op.30 Nr.3 noch den Hörer abgeholten, um ihn einzubeziehen in die Beethovensche Entwicklungsstruktur, da lassen sie ihn jetzt bewusst außen vor. So verzichten auch Chastain und Rieger – ganz im Sinne einer Werk- und Komponistentreuen Interpretation - auf jede Effekthascherei und geben dem leisen, resignierenden Beethoven Gelegenheit zu Wort zu kommen. Obwohl das Stück undankbar ist, wenn es um die künstlerische Selbstdarstellung ist, da es ihm an Gelegenheit zur Entfaltung typischer Geigenkantilenen mangelt, so ist doch diese Sonate - und insbesondere der erste Satz - diejenige mit der meisten persönlichen Stimmungsmalerei, der meisten Filigranarbeit. Beinahe impressionistische Farbfelder lässt das Duo entstehen, ist gleichsam intim wie unpersönlich, da es die Atmosphäre nur vorstellt, den Zuhörer aber nicht mit hinein nimmt und ihn letztlich alleine zurücklässt."
 
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