Details

"Johann Wilhelm Wilms – Violinsonaten & Klaviertrio"

Komponist: Johann Wilhelm Wilms

Interpret(en): Werner von Schnitzler, Jakub Tylman, Cosmin Boeru

Aufnahme: 01.-04.09.2009

Qualität: DSD

EAN: 4260052380604

Bestell-Nr.: ARS 38 060

Spieldauer: 75:35

Veröffentlicht: 01.05.2010


„[Diese Sonate] vereinigt das Gefällige mit dem Interessanten und Gehaltvollen; Neuheit und Anmuth der Melodie mit schöner Modulazion und gewählter Harmonie. Sie wetteifert in ihrem glänzendem Styl mit den vorzüglichsten Mozartischen Sonaten dieser Art.“
Die Zeitung für die elegante Welt 1807 über die Sonate E-Dur op. 11

„Mag er [Wilms] nun Mozarten dabey im Auge gehabt haben oder nicht: im Herzen war er ihm ganz gewiss! denn in diesem Werke hat er ihn vollkommen erreicht, und jenes achtungswürdige Sonaten-Geschlecht mit einem ebenbürtigen Gliede vermehrt.“
Die Allgemeine musikalische Zeitung 1813 über die Sonate B-Dur op. 29


Johann Wilhelm Wilms (1772-1847)

Sonate für Klavier und Violine E-Dur op. 11
1    Allegro
2    Adagio
3    Rondo Allegro

Sonate für Klavier und Violine B-Dur op. 29
4    Allegro
5    Poco Adagio
6    Rondo Allegro

Klaviertrio in C-Dur
7    Allegro
8    Un Poco Adagio
9    Rondo Allegro

 
Werner von Schnitzler, Violin
Jakub Tylman, Violoncello
Cosmin Boeru, Piano 

Tipps

Rezensionen
Ensemble 04/2010
Repertoirewert: 4 Sterne
Klang: 4 Sterne

Isabel Fedrizzi schrieb in Ensemble Folgendes über diese Cd:
"Ausgrabung

In der AMZ von 1807 konnte man über den deutsch-niederländischen Pianisten und Komponisten Johann Wilhelm Wilms, gebürtig aus dem Bergischen Land, lebenslang aber in Amsterdam tätig, lesen, dieser junge Komponist sei "voll Leben, Feuer und Anmuth" und werde seinen Ruf "bald überall verbreitet haben". Trotz eines recht umfangreichen Gesamtwerks von Sinfonien, Klavier- und Solokonzerten, OrchesterwerrI?en, viel Kammermusik sowie Liedern hielt sich das Interesse an seinen Werken nur etwa zwei Jahrzehnte lang. Beethoovens Musik avancierte zum Vorbild und Wilms geriet wie viele Zeitgenossen in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren wird seine Musik wiederbelebt, seine Sinfonien und Klavierwerke wurden eingespielt. "Mag er nun Mozarten dabey im Auge gehabt haben oder nicht: im Herzen war er ihm ganz gewiss!" schrieb die AMZ 1813. Und wirklich lässt sich die Nähe Wilms' zu Mozart nicht leugnen, dennoch zeigt die Einspielung seiner Violinsonaten, dass Wilms' Musik durchaus eigenständig kompositorisch kunstfertig ist. Werner von Schnitzler interpretiert die Sonaten sorgfältig [...]
Die beste Balance gelingt im frühen Klaviertrio C-Dur, einem hübschen Salonwerk mit guten harmonischen und formalen Ideen, mit den Triopartnern Cosmin Boeru am Klavier und Jakub Tylman am Cello. Musikalisch eine lohnende Ausgrabung."
 
Köln-Bonner Musikkalender, Oktober 2010
Im Köln-Bonner Musikkalender heißt es zu dieser Cd:
"Wie wertvoll aber [Johann Wilhelm] Wilms' Musik ist, kann man auf einer neuen SACD nachvollziehen, die der Geiger Werner von Schnitzler vor kurzem publiziert hat. Zusammen mit seinen Trio-Partnern Jakub Tylman (Violoncello) und Cosmin Boeru (Klavier) spielte er die beiden großformatigen Violinsonaten und ein Klaviertrio ein (...) Im sehr lebendig wirkenden Vortrag der drei jungen Interpreten gewinnen sie allerdings auch beachtliches Format; zumal Schnitzlers Spiel zeigt sich in seiner feinfühligen Eleganz und tonlichen Klarheit auf denkbar höchstem interpretatorischen Niveau. Eine auf Natürlichkeit des stets präsenten, aber nie aufdringlichen Klang bilds setzende Aufnahmetechnik und ein sehr informativ und ansprechend gestaltetes Beiheft runden diese Edition ab, die allen Liebhabern klassischer Kammermusik sehr zu empfehlen ist."
 
Klassik.com
Interpretation: 4 Sterne
Klangqualität: 4 Sterne
Repertoirewert: 4 Sterne
Booklet: 4 Sterne

Christian Vitalis schrieb bei klassik.com am 27.11.2010 Folgendes zu dieser Cd:
"Mozart im Herzen

Für Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) fühlte sich lange Zeit keiner so recht zuständig; das mag schon allein daran liegen, dass der in Witzhelden bei Köln geborene Komponist seine Heimat früh verließ, um sich dauerhaft in Amsterdam niederzulassen – für die Deutschen ist er damit ein Niederländer, für die Niederländer hingegen blieb er ein Deutscher. Zu Lebzeiten genoss Wilms in seiner niederländischen Wahlheimat größtes Ansehen, konnte bei dem Wettbewerb um ein so nationales Gut wie die Landeshymne sogar den Sieg erringen. Wilms’ Kompositionen, unter denen sieben Sinfonien herausragen, verraten Einflüsse der Wiener Klassik, insbesondere des sehr geschätzten Mozart, aber auch von Haydn und (etwas weniger) Beethoven. Anderes hingegen verweist bereits voraus in die Zeit der Romantik. Die beiden Violinsonaten lassen die Vorbilder Mozart und Haydn deutlich erkennen, wirken aber dennoch eigenständig. So verwundert auch nicht, dass ein damaliger Rezensent schrieb, der Komponist habe Mozart bei der Arbeit ganz gewiss im Herzen gehabt. Zu erwähnen wäre, dass der besagte Rezensent die Sonaten als gleichwertig zu Mozart erachtete – ein Eindruck, der durch die hier zur Besprechung gelangenden Aufnahme nicht widerlegt wird: eindrucksvolle Werbung für ein unbekanntes Repertoire, das dringendst weiter zu erforschen und bekannt zu machen wäre.

Junge Interpreten
Die Aufnahme der Violinsonaten E-Dur op. 11 und B-Dur op. 29, die durch ein Klaviertrio C-Dur o.op. ergänzt wird, erschien beim Label Ars Produktion auf hybrider SACD. Erarbeitet wurden die Werke von den jungen Instrumentalisten Werner von Schnitzler (Violine) und Cosmin Boeru (Klavier); im Trio ist zusätzlich der Cellist Jakub Tylman zu hören. Aufgenommen wurde 2009 in der Wuppertaler Immanuelskirche; vielleicht war es der Hall des Kirchenraums, der die Techniker dazu motivierte, die Musiker sehr direkt aufzunehmen. Auf diese Weise bekommt man ein sehr klares und präzises Klangbild, das jedoch auch so manches Detail (in erster Linie sind hier Atemgeräusche zu nennen) deutlich abbildet. Im Mehrkanalverfahren abgespielt, lässt sich kein nennenswerter räumlicher Eindruck feststellen; unterm Strich ist der sehr transparente und detailscharfe Klang der Aufnahme aber als positiv zu bewerten. Die Interpreten überzeugen durch ihr engagiertes wie beseeltes Spiel sowie eine durchdachte Darbietung. Perfekt versteht es Boeru, sich immer dann vornehm zurückzuhalten, wenn die Violine zugange ist, ohne deshalb auch in der musikalischen Gestaltung nachzulassen. Sein recht weicher Ton und delikater Anschlag passen bestens zu Wilms’ Musik. Werner von Schnitzler gefällt durch den gesanglichen Ton seiner Violine sowie durch das sehr große Spektrum in den Bereichen Dynamik und Ausdruck. [...]
Ein lesenswerter Text führt in die Musik ein; die ansprechende Gestaltung rundet das erfreuliche Gesamtbild ab."
 
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