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"Legenden des Gesanges, Vol. 6 | Joseph Haydn - Die Jahreszeiten"

Komponist: Joseph Haydn

Interpret(en): Elfride Trötschel, Walther Ludwig, Josef Greindl, RIAS Kammerchor, RIAS Symphonie-Orchester, Ferenc Fricsay

Aufnahme: 1952

Qualität: AAD

EAN: 4260052387061

Bestell-Nr.: ARS 38 706

Spieldauer: 74:48, 64:42

Veröffentlicht: 01.11.2008


"Legenden des Gesanges" – diese Edition verfolgt das Ziel, die herausragendsten Stimmen des 20. Jahrhunderts, herausragende Interpretationen und unwiederbringliche Sternstunden der vokalen Klassik in einer einzigartigen CD-Sammlung zu erfassen. Aufwendig von den bestmöglichen verfügbaren Originaltonträgern remastert, restauriert und zum Teil ergänzt durch bisher unzugängliches Dokumentarmaterial entsteht auf diese Weise eine einmalige Musiksammlung von bleibendem Wert.


Zur vorliegenden CD
Ein Dirigent mit singendem Atem ...

Die Karriere des ungarischen Dirigenten Ferenc Fricsay mutet gleichermaßen glücklich wie tragisch an. Am 9. August 1914 in Budapest geboren, erhielt er von seinem Vater, einem Militärkapellmeister, ersten musikalischen Unterricht und trat mit 6 Jahren in die Musikhochschule seiner Heimatstadt ein. An dieser Franz-Liszt-Akademie unterrichteten in jenen Jahren u.a. Belá Bartók und Ernst von Dohnányi Klavier, Zoltán Kodály Komposition. Für den Letztgenannten muss es ein besonderes Erlebnis gewesen sein, als 1961 seine spät geschriebene Sinfonie durch den ehemaligen Schüler in Luzern aus der Taufe gehoben wurde. Dass der krebserkrankte Fricsay noch vor seinem Mentor nur wenig später starb, ist dabei ein tragischer Akzent. [...]
Christoph Zimmermann

Legendäre Einspielung • Legendary Recording
Aufgenommen / Recorded 1952

Joseph Haydn (1732–1809)
Die Jahreszeiten (1801)

Der Frühling

    1    Einleitung und Rezitativ (Introduction and Recitative),
        Simon, Lukas, Hanne:
        Seht, wie der strene Winter flieht
        (Behold where surly winter flies)

    2    Chor (Chorus):
        Komm, holder Lenz (Come, gentle spring)

    3    Rezitativ (Recitative) Simon:
        Vom Widder strahlet jetzt (At last the bounteous sun)

    4    Arie (Aria) Simon:
        Schon eilet froh der Ackersmann
        (With joy th’impatient husbandsman)

    5    Rezitativ (Rezitative) Lukas:
        Der Landmann hat sein Werk vollbracht
        (Laborious man has done his part)

    6    Trio und Chor (Trio and Chorus) Lukas, Simon, Hanne:
        Sei nun gnädig (Be propitious)

    7    Rezitativ (Rezitative) Hanne:
        Erhört ist unser Fleh’n (Our fervent prayers are heard)
    8    Freudengesang (Song of Joy) Hanne, Lukas, Simon:
        O, wie lieblich ist der Anblick
        (Spring. Her lovely charms enfolding)

    9    Chor (Chorus) Hannes, Lukas, Simon:
        Ewiger, mächtiger Gott (God of light)

Der Sommer

    10    Rezitativ (Recitative) Lukas, Simon:
        In grauem Schleier rückt heran
        (Her face in dewy veil concealed)

    11    Arie (Aria) Simon: Der munt're Hirt versammelt nun
        (From out of the fold the shepherd drives)
        und
        Rezitativ (Recitative) Hanne: Die Morgenröte bricht hervor
        (Lo, now aslant the glimmering earth)

    12    Terzett und Chor (Trio and Chorus) Hanne, Lukas, Simon:
        Sie steigt herauf, die Sonne (Behold on high he mounts)

    13    Rezitativ (Recitative) Simon: Nun regt und bewegt sich
        (Now swarms the village o’er the mead)
    14    Rezitativ (Recitative) Lukas:
        Die Mittagssonne brennet jetzt
        (‚Tis noon, and now intense the sun)

    15    Kavatine (Cavatina) Lukas:
        Dem Druck erlieget die Natur
        (Distressful nature fainting sinks)

    16    Rezitativ (Recitative) Hanne:
        Willkommen jetzt, o dunkler Hain
        (O welcome now, ye groves and bowers!)

    17    Arie (Aria) Hanne:
        Welche Labung für die Sinne (O how pleasing to the senses)

    18    Rezitativ (Recitative) Simon, Lukas, Hanne:
        O seht! Es steiget in der schwülen Luft
        (Behold! Slow settling o’er the lurid grove)

    19    Chor (Chorus):
        Ach, das Ungewitter naht
        (Hark! The deep tremendous voice)

20.     Chor (Chorus) und Terzett (Trio) Hanne, Lukas, Simon:
        Die düst'ren Wolken trennen sich
        (Now cease the conflicts of the winds)
           
Der Herbst

    1    Einleitung und Rezitativ (Introduction and Recitative) Hanne:
        Was durch seine Blüte (Whate’er the blossomed spring)

    2    Rezitativ (Recitative) Lukas, Simon:
        Den reichen Vorrat führt er nun
        (Rich, silent, deep, the harvest stands)

    3    Terzett und Chor (Trio and Chorus) Hanne, Lukas, Simon:
        So lohnet die Natur den Fleiß
        (Thus nature, ever kind, rewards)

    4    Rezitativ (Recitative) Hanne, Lukas, Simon:
        Seht, wie zum Haselbusche dort
        (Ye swains now hasten to the bank)

    5    Duett (Duet) Hanne, Lukas:
        Ihr Schönen aus der Stadt (Ye gay and painted fair, O come)

    6    Rezitativ (Recitative) Simon:
        Nun zeiget das entblößte Feld
        (Lo! Where the planteous harvest waved)

    7    Arie (Aria) Simon:
        Seht auf die breiten Wiesen hin
        (Behold along the dewy grass)
    8    Rezitativ (Recitative) Lukas:
        Hier treibt ein dichter Kreis (Ere yet the orient sun)

    9    Jägerchor (Chorus of the hunters):
        Hört, hört, das laute Getön
        (Hark! The mountains resound)

    10    Rezitativ (Recitative) Hanne, Simon, Lukas:
        Am Rebenstocke blinket jetzt
        (The wineyard now its wealth displays)

    11    Chor des Landvolks (Chorus of the country people):
        Juchhe! Der Wein ist da (Joyful, joyful the liquor flows)

Der Winter

    12    Einleitung / Introduction

    13    Rezitativ (Recitative) Simon, Hanne:
        Nun senket sich das blasse Jahr
        (Now sinks the pale declining year)

    14    Kavatine (Cavatina) Hanne:
        Licht und Leben sind geschwächet
        (Light and life dejected languish)
    15    Rezitativ (Recitative) Lukas:
        Gefesselt steht der breite See
        (A crystal pavement lies the lake)

    16    Arie (Aria) Lukas:
        Hier steht der Wand'rer nun
        (The traveller stands perplexed)

    17    Rezitativ (Recitative) Hanne, Lukas, Simon:
        So wie er naht schallt in sein Ohr
        (As he draws nigh, as yet appalled)

    18    Lied mit Chor (Song with Chorus) Hanne:
        Knurre, schnurre, knurre (Let the wheel move gaily)

    19    Rezitativ (Recitative) Lukas:
        Abgesponnen ist der Flachs
        (The evening’s task anon performed)

    20    Lied mit Chor (Song with Chorus) Hanne:
        Ein Mädchen, das auf Ehre hielt
        (A wealthy lord, who long had loved)

    21    Rezitativ (Recitative) Simon:
        Vom dürren Osten dringt ein scharfer Eishauch
        (Now from the east darts forth)
    22    Arie (Aria) Simon:
        Erblicke hier, betörter Mensch
        (In this, O vain misguided man)

    23    Rezitativ (Recitative) Simon:
        Sie bleibt allein und leitet uns
        (Alone it stands and leads us)

    24    Terzett und Doppelchor (Trio and Double Chorus),
        Simon, Lukas, Hanne:
        Dann bricht der große Morgen an
        (Then comes the dawn of that great morn)

         
Elfride Trötschel Sopran
Walther Ludwig Tenor
Josef Greindl Bass

Landleute und Jäger:
RIAS Kammerchor • Chor der St. Hedwigs-Kathedrale

RIAS Symphonie-Orchester, Berlin
Dirigent: Ferenc Fricsay 
Tipps

Rezensionen

Redaktion Klassik.com
Benjamin Künzel von klassik.com schrieb am 18.12.2008 Folgendes über diese Cd:
"Akzentuierte Klarheit
Der früh verstorbene ungarische Dirigent Ferenc Fricsay war stets ‚ein Verfechter von Präzision und inspirierter Musikalität’. Seine zahlreichen Einspielungen leben von einer energetischen Frische und Unmittelbarkeit, die den Zuhörer elektrisiert und gefangen nimmt. Nicht nur im sinfonischen Bereich war Fricsay ein hoch angesehener Künstler, sondern auch im Opernbetrieb. Seine Mozart-Einspielungen gehören bis heute zu den lebendigsten und persönlichsten Interpretationen. Seine Lesart der musikalisch- dramatischen Zwischenwelt, des Oratoriums, kennenzulernen, ist zweifelsfrei ein spannendes Unterfangen. Joseph Haydns 'Die Jahreszeiten' hat gleich zweimal komplett eingespielt, einmal 1952 für den Rundfunk und knapp zehn Jahre später noch einmal für die Schallplatte. In beiden Fällen steht er am Pult des RIAS-Sinfonie-Orchesters Berlin, das sich später in Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin umbenennt; beide Male singt der Chor der St. Hedwigs-Kathedrale und auch der Bassist Josef Greindl wirkt in beiden Einspielungen mit.

Die ältere Mono-Aufnahme von 1952 ist nun beim stets um historische Tondokumente bemühten Label ARS auf zwei CDs erschienen. Der Klang ist bisweilen etwas dumpf, die Gesangstimmen sind aber präsent und stehen in einem guten Mischverhältnis zu Chor und Orchester: Ein ordentlich restaurierter historischer Mitschnitt also, der in seinem technischen Zustand vielleicht nicht ganz an vergleichbare Tondokumente heranreicht. Bei der vorliegenden Aufnahme der 'Jahreszeiten' erscheint die Klangqualität aber zweitrangig, denn Fricsays Interpretation und das durchweg gewinnende Gesangs-Trio lassen sämtliche Vorbehalte vergessen. Elfride Trötschels inniger Sopran ist wie geschaffen für den schlichten Tonfall der Hanne. Es ist immer wieder verblüffend wie leicht der Trötschel exponierte Höhen aus der Kehle perlen, bei dieser warmen, satten Mittellage geraten diese Momente zum beglückenden Erlebnis. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war der Tenor Walther Ludwig bereits fünfzig Jahre alt. Im Hinblick darauf gelingt ihm sein Part mit bewundernswerter Leichtigkeit und Eleganz. Von jugendlicher Frische kann zwar nicht die Rede sein, aber dafür von solider Technik und lyrischer Qualität. Das Trio komplettiert der Bass Josef Greindl, der für Fricsay auch Osmin, Sarastro, Verdis Philipp und viele andere Partien gesungen hat. Greindl spannt große, Ehrfurcht gebietende Bögen und findet den so schwierig zu treffenden Ton zwischen hoher, seriöser Kunst und unterhaltender Leichtigkeit.

Ferenc Fricsay trägt seine Solisten auf Händen, lässt aber die Zügel nie locker. Kontrollierte Strenge harmonisiert hier überzeugend mit scheinbar lustvoller Spontaneität. Der Orchesterklang ist satt, aber nie dick. Fernab jeder Romantisiererei betont Fricsay das Formale, seine analytische Erkenntnis von Haydns Partitur. Seine frühen 'Jahreszeiten' sind entgegen eventueller Erwartungen nicht von feurigem Ungestüm und dramatischer Intensität gezeichnet, sondern von akzentuierter Klarheit. Da erscheint es umso schmerzlicher, dass Fricsay nie die Gelegenheit zu einer Einspielung von Haydns 'Schöpfung' erhielt."
 

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