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"a late romantic christmas eve"

Komponist: Peter Tschaikowski, Gustav Lewin, Sigismund Schneider, Arnold Schönberg, Sigfrid Karg-Elert, Adolf Schreiner, Wilhelm Berger, Arnold Mendelssohn, Wilhelm Lindemann, Jonny Heykens, Jean Dasty, Siegfried Wagner, Richard Eilenberg, Émile Waldteufel, Engelbert Humperdinck

Interpret(en): Elena Fink, Le Quatuor Romantique, Vassili Voronin, Edward John Semon, Joachim Diessner, Markus Märkl, Wasja Ninow

Aufnahme: Juli 2010

Qualität: DSD

EAN: 4260052380864

Bestell-Nr.: ARS 38 086

Preis: 21,00 €

Spieldauer: 77:44

Veröffentlicht: 01.10.2010


 

Es ist schon eine ganz besondere Sache mit Weihnachten. Kein anderes Fest ist so aufgeladen mit Gefühlen, mit Erwartungen und Erinnerungen. Jeder von uns trägt eine ungestillte, vielleicht unstillbare Sehnsucht nach dem einen, dem idealen, dem perfekten Weihnachten in sich, das es vielleicht nie gegeben hat – oder nur in der Kindheit, die unerreichbar weit zurückliegt. Und jeder wünscht sich tief in seinem Inneren, dass es doch einmal gelingen könnte, dieses Weihnachten zurückzuholen.

Weihnachten heißt ‚alle Jahre wieder’ und ist doch stetig neu. Gerade in Nordeuropa reicht das Fest weit in die familiären und gesellschaftlichen Biographien. Weihnachtstraditionen werden noch heute von Generation zu Generation weitergegeben, und selbst wenn man sie bewusst zu brechen versucht, existieren sie. Der Ablauf des Festes, was gegessen und getrunken wird, wie man den Weihnachtsbaum schmückt, welche Musik man hört oder selber spielt, all das folgt noch immer einer minutiösen, inneren Choreographie, deren Wurzeln im 19. Jahrhundert liegen, in einer Epoche, in der sich das bürgerliche Selbstbewusstsein auch und gerade am großen Familienfest Weihnachten festmachte. Alle Sehnsüchte, alle Ideale, die sich damals entwickelten, tragen wir auch heute noch in uns. Das Quatour Romantique hat sich für dieses Weihnachtsalbum aufgemacht, diesen inneren Gefühlen nachzuspüren und sie musikalisch dort neu zu entdecken, wo sie entstanden: in der spätromantischen Musik des bürgerlichen Zeitalters.


Musik auf historischen Instrumenten


Pjotr Iljitsch Tschaikowski
(1840-1893)
1-5    Suite aus ‚Der Nussknacker’, op. 71
    arr. Le Quatuor Romantique nach Leopold Weninger
1    Ouverture
2    Marche
3    Danse de la Fée dragée
4    Trepak
5    Valse des Fleurs

Gustav Lewin  (1869-1938)
6    Weihnachtslied ‚Nun ist sie endlich kommen’

Sigismund Schneider (1897-1957)
7    Weihnachtsmarsch (1924)
    arr. Le Quatuor Romantique

Arnold Schönberg (1874-1951)
8    ‚Weihnachtsmusik‘, Choralbearbeitung

Sigfrid Karg-Elert (1877-1933)
nach Johann Sebastian Bach
9    Arie ‚Mein gläubiges Herze’

Adolf Schreiner (1791-1864)
10    Paraphrase über ‚Stille Nacht’
    arr. Le Quatuor Romantique

Wilhelm Berger (1861-1911)
11    Weihnachtslied op. 52 Nr. 4
    ‚Vom Himmel in die tiefsten Klüfte’

Arnold Mendelssohn (1855-1933)
12    Weihnachtslied ‚Markt und Straßen steh’n verlassen’

Wilhelm Lindemann (1882-1941)
13    ‚Eine Muh, eine Mäh…‘, Charakterstück
    arr. Le Quatuor Romantique

Jonny Heykens (1884-1945)
14    Ave Maria
    arr. Le Quatuor Romantique

Jean Dasty (spätes 19. Jh.)
15    Ave Maria

Siegfried Wagner (1869-1930)
16    Weihnachtslied ‚Was soll das bedeuten’

Richard Eilenberg (1848-1921)
17    ‚Norwegische Renntierpost‘, Charakterstück
    arr. Le Quatuor Romantique

Émile Waldteufel (1837-1915)
18    ‚Les Patineurs’, Konzertwalzer
    arr. Le Quatuor Romantique
    Vokalstimme: Markus Märkl & Joachim Diessner

Engelbert Humperdinck (1854-1924)
19    Ouverture zur Oper ‚Hänsel und Gretel’
    arr. Le Quatuor Romantique nach Richard Tourbié


Elena Fink Soprano

Le Quatuor Romantique:
Vassili Voronin, Violine (Christian Erichson, nach Joseph Joachims Stradivari, 2005)
Edward John Semon, Violoncello (Giuseppe Ornati, Milano 1922)
Joachim Diessner, Harmonium (Debain, Paris ca. 1867)
Markus Märkl, Klavier (Helmholz, 1910)

als Gast: Wasja Ninow, 2. Violine in Schönbergs ‚Weihnachtsmusik‘

Inhalt des Albums
Titel Dauer Bitrate     Aktion
01. Tschaikowski: Suite aus ‚Der Nussknacker’ op. 71 - Ouverture 03:14  320 kbit/s       
02. Tschaikowski: Suite aus ‚Der Nussknacker’ op. 71 - Marche 02:31  320 kbit/s       
03. Tschaikowski: Suite aus ‚Der Nussknacker’ op. 71 - Danse de la Fée dragée 02:08  320 kbit/s       
04. Tschaikowski: Suite aus ‚Der Nussknacker’ op. 71 - Trepak 01:05  320 kbit/s       
05. Tschaikowski: Suite aus ‚Der Nussknacker’ op. 71 - Valse des Fleurs 06:15  320 kbit/s       
06. Lewin: Weihnachtslied ‚Nun ist sie endlich kommen’ 02:41  320 kbit/s       
07. Schneider: Weihnachtsmarsch 02:25  320 kbit/s       
08. Schönberg: ‚Weihnachtsmusik' 05:45  320 kbit/s       
09. Karg-Elert: Arie ‚Mein gläubiges Herze’ 02:36  320 kbit/s       
10. Schreiner: Paraphrase über ‚Stille Nacht’ 06:12  320 kbit/s       
11. Berger: Weihnachtslied op. 52 Nr. 4 03:56  320 kbit/s       
12. Mendelssohn: Weihnachtslied ‚Markt und Straßen steh’n verlassen’ 03:15  320 kbit/s       
13. Lindemann: ‚Eine Muh, eine Mäh…‘ 03:29  320 kbit/s       
14. Heykens: Ave Maria 04:42  320 kbit/s       
15. Dasty: Ave Maria 05:38  320 kbit/s       
16. Wagner: Weihnachtslied ‚Was soll das bedeuten’ 03:07  320 kbit/s       
17. Eilenberg: ‚Norwegische Renntierpost‘ 02:53  320 kbit/s       
18. Waldteufel: ‚Les Patineurs’ 07:13  320 kbit/s       
19. Humperdinck: Ouverture zur Oper ‚Hänsel und Gretel’ 08:31  320 kbit/s       
CDs / SACDs
Titel Dauer Medium   Aktion Preis
a late romantic christmas eve 77:44 SACD  
21,00 €

Rezensionen
Kultura extra
Andre Sokolowski schrieb für Kultura extra am 23.10.2010 Folgendes zu dieser Cd:
"Romantisch weihnachten!

Geht es Ihnen auch so?
Vor der Weihnacht graut es Einem insbesondere, wenn man (wie meistens in den großen oder kleinen Städten) die Geschenke nacheinander sich zu kaufen müht und also unversehens, sozusagen "ahnungslos", dem händlerischen Terror nicht entweichen kann und will, denn: Irgendwo, aus irgendeinem heimtückischen Hinterhalt, summselts dann irgendwie, und grauenhafte Weihnachtslieder aus den hundsgemein versteckten Lautsprechern sorgen dann regelrecht für eine endgültige Austreibung des weihnachtlich-vorweihnachtichen Sentiments; es ist die Hölle! Geht für Atheisten so wie mich halt nur oder nur noch übers Versandhaus - W'geschenke kaufen, meine ich...

Jetzt hat die Kölner Gruppe Le Quatuor Romantique ihre zweite CD auf den Plattenmarkt gebracht. Die heißt a late romantic CHRISTMAS EVE, besteht aus 19 Nummern, dauert 80 Minuten, und es geht - wie schon der schöne (weltstädtische) Titel implizieren soll - um (aller)letzte (erz)romantische Verlautbarungen rund um die gute alte Heilignacht; und Alles, was auf ihr zu hören ist, ist einmalig und Ausnahme, ja, Gott sei Dank!

Mein absolutes Lieblingsstück ist "Durch Zeit und Raum, schwebend im Traum" (Text: Thomas Höft)! Das ist - und sozusagen als Weltneuheit - der getextete Konzertwalzer Les Patineurs (auch als sogenannter Schlittschuhwalzer volksbekannt geworden) von Émile Waldteufel; jeder kennt ihn, wetten?! Und Le Quatuor Romantique haben sich den Spaß und Luxus gegönnt, Elena Fink solistisch hiermit zu behelligen - sie "dient" ganz großartig, sie zwitschert ihren Part geradezu grandios...
Überhaupt besticht die singuläre Produktion von Le Quatuor Romantique durch die raritätisch anmutende Auswahl...

Oder haben Sie - falls Sie so'n Laie sind wie ich - schon mal etwas von Leuten wie Gustav Lewin, Sigismund Schneider, Sigfrid Karg-Elert, Adolf Schreiner, Wilhelm Berger, Arnold (!) Mendelssohn, Wilhelm Lindemann etc. pp. gehört?
Alles Un-Erhörtes, wie gesagt.

Ganz extraschön und fast schon exklusivisch Arnold Schönbergs "Weihnachtsmusik"; bei diesem Arrangement - sowieso sind die meisten der gebotenen Stücke Eigenbearbeitungen von Le Quatuor Romantique - wirkt der fast wie aus dem Unsichtbaren herraunende Russe Wasja Ninow (aus dem Donezbecken stammend) mit; sehr hübsch!
Kurzum: Wir sind total erquickt und können, wollen, müssen diese Weihnachten-CD (die letzten Endes keine Weihnachten-CD ist) lauthalsig und allerstärkst weiterempfehlen!!!!!"
 
Das Opernglas 12/2010
Im Opernglas 12/2010 heißt es zu dieser Cd:
"Nun zu den Kuriositäten. Das Ensemble Le Quatuor Roomantique auf der CD "Christmas Eve" überrascht mit Weihnachtsklassikern in Salonmusik·Formation, so als würde das legendäre Kammerquartett der Titanic zur Unterhaltung bei der Teestunde aufspielen. Dazu leiht Elena Fink dem Team ihren leichten spitzen Soubrettensopran - trotz sicherer Koloratureskapaden klingt ihre Mittellage jedoch ehrlicher und gesünder als die Extremhöhe."
 
Music Web International
John Sheppard schrieb für das Music Web International am 10.12.2010 Folgendes zu dieser Cd:
"How frequently my heart sinks at the usual Christmas CD issues! They tend to fall into two camps – the boring, which include all too familiar carols with Christmas music performed by choirs and soloists in a way virtually identical to that of so many previous choirs and soloists, and the tasteless, which can embrace just about any performer wanting to make their individual mark on the usual repertoire. Each of these groups are best avoided, but each year there are a very few issues where real imagination has been at work, and where genuine musical or historic interest can be found as well as the expected seasonal connections. The present disc, based on the idea of a middle class domestic Christmas around the year 1900, is one of those issues and will certainly be my musical companion this Christmas.

Le Quatuor Romantique comprises violin, cello, piano and harmonium. That may sound an odd combination nowadays, but, with a few other instruments added, it was a standard combination at the turn of the twentieth century, and much sheet music is available in arrangements suitable for this grouping. It was expected that ensembles would adapt them to suit the instruments they had available as has been done here. The present disc starts and ends with arrangements of music by Tchaikovsky and Humperdinck. They are played with gusto and affection, and the imaginative use of the sustaining quality and reedy sound of the harmonium makes the quartet a surprisingly effective substitute for the orchestra. Even Tchaikovsky’s Sugar Plum Fairy retains her essential appeal; only the Waltz of the Flowers suffers from a lack of the fuller resources of the orchestra.

Most of the rest of the disc consists of Christmas songs and instrumental music, much of it based on carol tunes. Elena Fink has a delightfully pure and fresh-sounding voice which suits most of the vocal items very well, especially the more musically straightforward songs by Lewin, Berger and Dasty. Even if there are no undiscovered masterpieces here there is certainly plenty of genuine charm and a real feeling for the season. Many of the instrumental pieces on the other hand, for instance those by Lindemann and Eilenberg, are simply salon music of the period with seasonal titles attached. It is good to hear something by Jonny Heykens apart from the usual Serenade. The instrumental “Ave Maria” is enjoyably sentimental – the booklet’s reference to its piety and earnest simplicity is perhaps an exaggeration but it certainly sticks in the memory.

The Schoenberg stands out from the rest in its much denser more contrapuntal style as well as in its use of a second violin, although like other pieces it makes use of earlier Christmas music including “Silent night”. Its quality and sincerity make it for me the highlight of the disc. The other item which stands out from the rest is the Waldteufel waltz, turned here into a vocal display piece after the manner of the “Voices of Spring” of Johann Strauss. Alas, this does not work at all, being superfluous and clumsy. Although she gets around the notes, Elena Fink’s voice becomes harsh and at times unpleasantly strident. Nonetheless, as a whole, the disc, well recorded in a suitable acoustic and with interesting booklet notes, is full of seasonal delights for anyone prepared to forego the choirs and starry soloists of most Christmas discs."
 
Kronen Zeitung - Kultur / CD Tipps
In der Kronen Zeitung schrieb M.G. am 10.12.2010 Folgendes über diese Cd:
"Ein herrlich anzuhörendes Konzeptalbum legt Le Quatuor Romantique vor. Das mit Violine, Cello, Harmonium und Klavier so ungewöhnlich besetzte Ensemble bereitet seinen Hörern „A late romantic Christmas Eve“ – „Einen spätromantischen Heiligen Abend“. Dabei trifft man auf Vertrautes im neuen Klanggewand wie die Nussknacker-Suite und die Ouvertüre zu „Hänsel und Gretel“. Im Zentrum stehen aber Weihnachtslieder romantischer Komponisten, allesamt interessante Raritäten. Ein bezauberndes Album, das auf hohem Niveau Weihnachtsstimmung erzeugt."
 
NDR kultur | www.ndr.de/kultur/klassik/cd_tipps
Christoph Vratz äußerte sich am 22.12.2010 in NDR Kultur über diese Cd folgendermaßen:
"Ein spätromantischer Weihnachtsabend

Man kennt die Situationen von verschiedenen Bildern der vorletzten Jahrhundertwende: die Familie in festlicher Kleidung um den Tannenbaum versammelt, trauter Kerzenschein. Weihnachten, wie Thomas Mann es in den "Buddenbrooks" beschrieben hat, mitsamt Hanno Buddenbrook am Harmonium. Nun gibt es eine neue CD mit Musik aus dieser Zeit: Entlegenes oder geschickte Bearbeitungen.
Wie haben Mahler und Richard Strauss, wie haben bürgerliche Familien um 1900 musikalisch Weihnachten gefeiert? Diese CD bietet eine Reihe von Ideen und Eindrücken. Etwa mit der Paraphrase über "Stille Nacht" von Adolf Schreiner.

Weihnachtliche Stimmungen
Deutsche Spätromantik, Stubenbehaglichkeit, Märchenseligkeit, ein Schuss Melancholie und ein süffisantes Augenzwinkern - all diese Stimmungen vermittelt uns die Aufnahme des Quatuor Romantique. Gast ist die Sopranistin Elena Fink.
Wenn künstlerisch nicht alles einwandfrei gelingt, wenn Finks Spitzentöne mitunter etwas spitz klingen oder einige Rhythmen etwas schlapp, nimmt man das gerne hin: Schließlich ist Weihnachten, und bei den heimischem Aufführungen im Wohnzimmer geht auch nicht immer alles glatt. Dafür freut man sich umso mehr an Überraschungen wie Wilhelm Lindemanns "Eine Müh, eine Mäh, eine Täterätätä"
.
Wie ein Sack voller Geschenke
Diese Aufnahme wirkt wie ein Sack voller Geschenke. Wenn man nicht vorher ins Booklet schaut, gibt es eine Überraschung nach der nächsten. Da sind die "Schlittschuhläufer" von Emil Waldteufel, das Weihnachtslied "Was soll es bedeuten" in der Vertonung von Siegfried Wagner; norwegische Rentierpost schickt Richard Eilenberg - und am Ende gibt es noch die Ouvertüre zu "Hänsel und Gretel", bearbeitet für Hausmusikensemble. Die etwas andere CD an Weihnachten."
 
Klassik.com
Interpretation: 4 Sterne
Klangqualität: 3 Sterne
Repertoirewert: 5 Sterne
Booklet: 3 Sterne

Benjamin Scholten schrieb bei klassik.com am 24.12.2010 Folgendes über diese Cd:
"Zwischen Andacht und Kaffeehaus

Ein schwedisches Weihnachtsbild der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bildet den Ausgangspunkt für die bei Ars Produktion erschienene Aufnahme mit dem Titel ‚A Late Romantic Christmas Eve‘ des Ensembles Le Quatuor Romantique. Dass die Musik der Vorweihnachtszeit in jenen Jahren nicht immer nur besinnlich sein musste, zeigt die bunte Mischung dieser Einspielung. Das Bürgertum legte in jener Zeit durchaus Wert auf die Ausübung von hoher und anspruchsvoller Kunst, konnte aber auch schnell ins Populäre wechseln. So stehen sich in dieser gelungenen Zusammenstellung bedächtige Kunstmusik – z.B. von Schönberg, Wagner oder Humperdinck – und Unterhaltungsmusik – z.B. von Schneider, Lindemann oder Eilenberg – kontrastreich gegenüber. ‚Alle Jahre wieder‘ gilt für diese Einspielung nicht, da sie viele unbekannte Stücke enthält und damit eine Besonderheit im Musikmarkt der Weihnachtszeit darstellt. Violine, Cello, Harmonium und Klavier bieten die instrumentale Grundlage für eine weihnachtliche Kammermusik, die viel Freude bereitet. Das Quartett Vassili Voroni (Violine), Edward John Semon (Cello), Joachim Diessner (Harmonium) und Markus Märkl (Klavier) erhält dabei von Elena Fink (Sopran) und Wasja Ninow (Violine) Unterstützung. Nicht alle Stücke wurden original für diese Quartett-Besetzung geschrieben, einige sind neue Arrangements bekannter Stücke.

Wie bei vielen Weihnachtsplatten dürfen einige Werke nicht fehlen. Anregend ist dabei die 'Nussknacker-Suite' von Tschaikowsky umgesetzt, in der hauptsächlich der zweite Satz 'Marsch' sehr gelungen ist. Das Harmonium bringt als Solist eine gewisse Jahrmarkt-Atmosphäre in das kurze Stück, die dem Inhalt des Ballettes sehr gut entspricht. Die Läufe in Violine und Klavier bringen weiteren Schwung hinein; ein leicht übertriebener Bogeneinsatz im Cello rundet den kecken Einsatz ab. Die Zuckerfee ist dagegen durchsichtig und zerbrechlich gezeichnet. Neben Tschaikowsky greift das Quartett auch auf die 'Ouvertüre' aus 'Hänsel und Gretel', der Märchenoper Humperdincks, zurück. Die verschiedenen Abschnitte der Ouvertüre – der berühmte ‚Abendsegen‘, der Wind mit dem Hexenhaus, der Jubel der befreiten Kinder – werden in dieser Version kaum unterschieden. Der Klang bleibt durchgängig gleich. Alle Noten werden etwas langgezogen, was gerade in den fröhlichen Passagen gewichtig wirkt und die Ausgelassenheit in den Hintergrund drängt.

Zu den bedächtigen Liedern gehört Gustav Lewins 'Nun ist sie endlich kommen', in der Elena Fink mit volltönender Stimme zum leisen Klavierpart singt. Dadurch wird das Klavier stellenweise in den Hintergrund gedrängt, obwohl in den leisen Passagen eine wunderbare Einheit herrscht. Sigfried Karg-Elerts Arie 'Mein gläubiges Herz' kommt zwar barockisierend daher, strahlt aber trotzdem eine ungeahnte Fröhlichkeit aus. Hier stimmt die Mischung von Gesang und Instrumentalisten viel besser. Von Wilhelm Berger und Arnold Mendelssohn zwei hübsche Lieder beigesteuert. Beide Stücke – die Weihnachtslieder 'Vom Himmel in die tiefsten Klüfte' und 'Markt und Straßen steh'n verlassen' – sind ähnlich gestaltet. Die Abstimmung zwischen Gesang und Instrumentalisten ist hier sehr gut gelungen, wobei die lauten Passagen zu sehr aus der Gesamtatmosphäre herausstechen. Das Harmonium, in beiden Stücken im Hintergrund bekannte Weihnachtslieder als Kontrapunkt anstimmend, bietet durch die einfühlsame Spielweise einen zweiten Ruhepol.

Der 'Weihnachtsmarsch' von Sigismund Schneider gehört zu den Werken der Aufnahme, die durchaus in einem Kaffeehaus vorgetragen werden könnten. In ihnen herrschen Witz, Parodie und Unterhaltung vor. Der Querschnitt aus einigen Weihnachtslieder, die mit einem schmissigen Ritornell verbunden sind, zeigen den anderen Umgang mit der freudigen Zeit. Dieser Stil passt dem Quartett ebenso gut wie die klassischen Werke. Dabei wird das Flair hauptsächlich durch das Violinspiel erreicht, das sehr pathetisch, aber zugleich ironisch wirkt. Auch das schnelle, präzise Pizzicato zeugt von vielfarbigen Klangfarben. Das heiterste Bild ergibt sich allerdings durch die 'Norwegische Renntierpost' von Richard Eilenberg. Wie in seinem bekanntesten Stück, der 'Petersburger Schlittenfahrt', steht dem Zuhörer eine rasante Fahrt bevor, die von einem ständigen Klingen begleitet wird. Schleifer, ungenaue Bindungen und harte Einsätze werden von den Streichern als spezifische Stilistik eingeführt. Harmonium und Klavier sind auch hier wieder einmal mehr reine Begleitung. Viele weitere überraschende, bedächtige, klassische, traditionelle und heitere Stücke werden von diesem Quartett sehr abwechslungsreich gestaltet."
 
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