Gerit Lense: Mein Konzept ist es, diese beiden wunderbaren Musiker und Komponisten Joseph Haas und Franz Liszt in ihrer Persönlichkeit und ihrem Kompositionsstil zu beleuchten, und vor allem, sie in ihrem lebensgeschichtlichen Hintergrund in den verschiedenen Altersstufen zu begleiten. Daher habe ich jeweils Klavierwerke ausgewählt, die einmal ungefähr um das 40. Lebensjahr der beiden Komponisten entstanden sind, und dann Werke aus späteren Lebensjahren, Joseph Haas war ca. 65 Jahre alt, Franz Liszt etwa 72.
Es fasziniert mich, in den Werken der Komponisten zu entdecken, wie sie mit dem Leben umgingen, was sie für eine Persönlichkeit hatten, sozusagen „durch welche Brille“ sie das Leben und die Musik sahen. Das macht sie für uns menschlicher und greifbarer. Es fasziniert mich ebenso, zu beobachten, woraus sie ihre Lebensfreude zogen, was ihre Ängste und Sorgen, ihre Freuden und Kraftquellen waren, wie sie zu der Persönlichkeit wurden, die sie waren, und wie sich das musikalisch in ihren Werken ausgedrückt hat.