
Das OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER wurde im Jahre 1919 gegründet – nur ein Jahr nach dem Ende des 1. Weltkrieges, in einer Zeit, die geprägt war von hoher Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise. Die Gründung erfolgte auf Beschluss des Magistrats der Stadt Osnabrück und muss vor dem Hintergrund jener Nachkriegsjahre zweifelsfrei als wegweisend gewertet werden. Bis auf eine dreijährige Unterbrechung nach dem Bombenangriff im März 1944, bei dem auch Stadthalle und -theater zerstört wurden, sorgte und sorgt das OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER seither für ein reges Musikleben in der Stadt. Gastspiele führen es darüber hinaus regelmäßig in die Region – nach Lingen, Quakenbrück, Nordhorn, Papenburg, Melle, um nur einige Städte zu nennen. So bildet das OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER heute einen wichtigen Kulturfaktor nicht nur für die Stadt Osnabrück, sondern ebenso auch für den Landkreis Osnabrück, den Landkreis Grafschaft Bentheim sowie die Landkreise Vechta, Diepholz und Emsland. In der so reichen deutschen Orchesterlandschaft hat sich das OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER dabei als ein qualifizierter Klangkörper behauptet.
Besonders geprägt wurde das OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER von seinen fünf Chefdirigenten: Bruno Hegmann (1947 – 1965), Heinz Finger (1965 – 1988), Jean-François Monnard (1988 – 1999), Lothar Koenigs (1999 – 2003) und Hermann Bäumer, der in der Spielzeit 2003/04 als neuer Generalmusikdirektor berufen wurde. Der jeweils akzentuierten Programmgestaltung dieser Orchesterleiter war bzw. ist gemeinsam, dass sie sich neben der Pflege der klassisch-romantischen Konzertliteratur sehr entschieden für die Integration zeitgenössischer Werke in den Konzertbetrieb einsetzen und besonders um die Förderung junger Komponisten bemühen. Die Tätigkeit der heute 59 Musikerinnen und Musiker zeichnet sich durch große Vielfalt aus. Im Bereich des Musiktheaters reicht das Aufgabengebiet von der großen Oper bis zum Tanztheater, von der Operette bis zum Musical. Den Schwerpunkt der symphonischen Tätigkeit bilden acht Abonnementskonzerte. Populäre Sonderkonzerte, das Konzert zum Neujahrstag und das Konzert für die Sparkasse Osnabrück, Familienkonzerte für Groß und Klein, Gemeinschaftskonzerte mit den Chören u.a. des Doms und der Marienkantorei, mit Orchestern aus den Partnerstädten Osnabrücks und/oder umliegender Städte (Bielefeld, Münster) sowie die Mitwirkung bei verschiedenen kulturellen Sonderveranstaltungen wie dem „KlangArt“-Festival, der „Komponistenbegegnung“ (in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück), dem Bergfest, der „Sommernacht auf Gut Bruche“, u.s.w. zählen zu den weiteren Aufgaben des OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER. Der musikpädagogischen Arbeit gilt eine besondere Aufmerksamkeit – ab der Spielzeit 2004/05 beschreitet das OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER hier mit der Initiative Moving theatre neue Wege. Schülerinnen und Schüler sind zudem regelmäßiger Gast bei Orchesterproben, viele Orchestermitglieder unterrichten an den Musikschulen in Osnabrück Stadt und -Land und geben so ihr Fachwissen an junge Menschen weiter.
Kleinere Ensembles in unterschiedlicher Besetzung, die aus dem OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER rekrutieren, gestalten im übrigen Matinee-Reihen mit kammermusikalischen Programmen.
Unmittelbar mit der Arbeit des OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER verbunden ist der „Osnabrücker Musikpreis“ (bis 2004 „Wilhelm-Weichsler-Musikpreis der Stadt Osnabrück“), der mit 7.500,-- € (bis 2004 5.000,-- €) dotiert ist und seit 1995 alljährlich verliehen wird. Der/die Preisträger/in wird unter den Finalisten des ARD-Musikwettbewerbes in München ermittelt, wobei die Jury des Musikpreises, der grundsätzlich der GMD des OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER angehört, ihre Wahl unabhängig und vor der Jury des ARD-Wettbewerbes trifft. Der Preis dient zur Förderung junger herausragender musikalischer Talente, die noch im Studium oder am Beginn einer Solisten-Laufbahn stehen, und sieht neben der finanziellen Unterstützung auch die Mitwirkung in einem Sinfoniekonzert des OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER vor.
Dokumentiert wird die Arbeit des OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER durch die Reihe alljährlicher CD-Aufnahmen der Konzerte für die Sparkasse Osnabrück, eine Einspielung von Lortzings Oper „Hans Sachs“ für CD sowie durch ein Fernseh-Portrait, dass der Norddeutsche Rundfunk NDR anlässlich des 75jährigen Bestehens des Orchesters 1994 produziert und seither wiederholt gesendet hat. Für den NDR (Hörfunk wie Fernsehen) entstanden ferner Aufnahmen mit Preisträgern des „Wilhelm-Weichsler-Musikpreises der Stadt Osnabrück“ sowie eine Einspielung von Henzes Oper „Die englische Katze“ (Hörfunk). 1997 erfolgte erstmalig die Zusammenarbeit mit DeutschlandRadio Berlin anlässlich des Sonderkonzertes „Guernica“ im Rahmen der Konzertreihe „musica pro pace“ der Universität Osnabrück.
In Anerkennung der besonderen Leistung des OSNABRÜCKER SYMPHONIEORCHESTER hat der Rat der Stadt Osnabrück beschlossen, das Orchester mit Beginn der Spielzeit 2004/05 in den Status eines B-Orchester gem. des Tarifvertrages für Kulturorchester (TVK) zu erheben.