
*1928
Nach früher Kindheit in München erfolgt 1935 die Übersiedlung nach Leipzig. Erste Eindrücke neuerer Musik vermittelt dem Heranwachsenden der Komponist Felix Petyrek, in dessen Haus Sauter Klavierunterricht erhält. Der Besuch der Thomasschule sensibilisiert durch die Bach-Pflege sein Hörvermögen. Bei Kriegsende gehen auf der Flucht alle ersten Schreibversuche verloren oder werden vernichtet.
1947 beginnt Sauter das Klavierstudium in München an der Akademie der Tonkunst, das er 1949 aus finanzieller Notlage abbrechen muss. In Zusammen-hang mit privaten Studien bei seiner bisherigen Klavierlehrerin Prof. Maria Landes-Hindemith erhält er einen neuen Anstoß zum Komponieren durch deren Mann Rudolf Hindemith, jedoch in zu wenig progressiver Richtung, dessen Kritik an der „Musica viva“ schließlich zum Zerwürfnis führt.
Ende der Fünfzigerjahre ist Sauters Begegnung mit der Kunstform Ballett durch Gastspiele internationaler Compagnien der Anlass, sich der neu gegründeten „Jungen Ballett-Compagnie“ (Deutsches Ballett-Theater, Bonn) anzuschließen; dadurch überwiegen zunächst Auftragsarbeiten. Bedenken, als „neuer Mann des Balletts“ eingestuft zu werden und der Wunsch, die eigene Unabhängigkeit zu bewahren, sind die Gründe für den Entschluss des Komponisten, in den Süden Frankreichs zu übersiedeln. Hier entsteht 1983/84 das abendfüllende Ballett „Till Eulenspiegel“ als Auftragswerk der Niedersächsischen Staatsoper, Hannover. 1986 wählt Sauter das nahe Avignon gelegene Dorf Suzette als neuen Wohnsitz. Er schreibt sein erstes, Gerhard Oppitz gewidmetes Klavierkonzert „Concert Russe“, das von dem Widmungsträger anlässlich des Tschaikowsky-Jahres 1993 in Hannover erfolgreich uraufgeführt wird.
Der Wunsch, sich in der neuen Wahlheimat auch ein eigenes Wirkungsfeld zu schaffen, wird zur Triebfeder, alljährlich im Sommer in der kleinen Bergkirche von Suzette unter akustisch idealen Gegebenheiten Kammerkonzerte zu organisieren: Sauter gründet das Festival MUSIQUE D’ ÉTÉ À SUZETTE mit der Zielsetzung, einem interessierten Publikum nicht nur Werke der Klassik, sondern auch zeitgenössischer Komponisten (Penderecki, Ligeti, Henze, Schnittke u.a.) zu bieten. Nach mehrjähriger Aufbauarbeit entsteht damit auch für den Komponisten die Möglichkeit, selbst neue Werke für diesen Rahmen zu schreiben und sie von hervorragenden Interpreten aufführen zu lassen.