Komponist: Alban Berg, Arnold Schönberg, Franz Schreker, Hugo Wolf
Interpret(en): Dominik Wörner, Simon Bucher
Aufnahme: 8.-11.7.2006
Qualität:
DDD
EAN:
4260052384756
Bestell-Nr.:
ARS 38 475
Spieldauer:
61:18
Veröffentlicht: 01.04.2009
Hugo Wolf gilt heute nach Franz Schubert als einer der bedeutendsten Liedkomponisten des 19. Jahrhunderts und Maßstäbe setzender Wegbereiter für die nachfolgende Generation der Jugendstil-Komponisten wie Berg, Schönberg und Schreker. Seine einmalige Symbiose von Wort und Musik dient ihm als Stilmittel, um die Seelengemälde der Dichter zu klingenden Psychogrammen werden zu lassen, die auch auf den heutigen Hörer geradezu elektrisierend wirken. Wie besessen lief Wolf oft tagelang das jeweilige Gedicht laut rezitierend durch die Wohnung, bis er dem Text seismographisch das perfekt angepasste „Klavierkleid“ abgelauscht hatte. Die Gepflogenheit, seinen Hörern laut und eindringlich die Gedichte vor dem Vorspielen seiner Lieder vorzulesen, belegt, wie wichtig ihm die Worte waren. Lob ausschließlich für seine Musik ohne gleichzeitige Wertschätzung des Gedichts weckte bei ihm großes Unverständnis. Kein Liedkomponist vor ihm hat die Bedeutung der Dichtung so absolut in den Vordergrund gestellt. Die Sensibilität gegenüber dem Text ist ihm schöpferische Grundlage und gleichsam künstlerisches Credo. Von diesem Vorbild ließ sich die nachfolgende Komponistengeneration für das Kunstlied stark inspirieren. Die drei weiteren Komponisten dieser CD zählen zu diesem Kreis, sie stehen repräsentativ für den „Wiener Jugendstil“ und sind in dieser Einspielung mit frühen und frühesten Liedern vertreten, die allesamt um die Jahrhundertwende entstanden und daher ausnahmslos der spätromantischen Tradition zuzuordnen sind, wenngleich vor allem Schönberg sowie sein Schüler Berg später bewusst andere Wege gegangen sind. An diesen Liedern lässt sich gut studieren, aus welchen Wurzeln sich die Wiener Moderne (Zweite Wiener Schule) gebildet hat. Zur deutlichen Abgrenzung von dieser späteren Phase der kompositorischen Entwicklung ist der Begriff Jugendstil (in Wien Secession genannt) zu verstehen, der vornehmlich in der Architektur und der bildenden Kunst um die Jahrhundertwende zu finden ist, jedoch durchaus auf die frühen Lieder von Berg, Schönberg und Schreker übertragbar ist. Allen Liedern dieser CD gemeinsam ist die glühende Expressivität, die sich aus einem kompromisslosen Lebensgefühl speist. Dominik Wörner
Alban Berg (1885-1935) Jugendlieder / Songs of youth / Mélodies de jeunesse 1 Spielleute (L. Passarge nach H. Ibsen) – 1902 2 Augenblicke (R. Hamerling) – 1904 3 Sehnsucht III (P. Hohenberg) – 1902 4 Schlummerlose Nächte (M. Greif) – 1903 5 Grenzen der Menschheit (J. W. von Goethe) – 1902
Arnold Schönberg (1874-1951) 6 Gruss in die Ferne (H. Lingg) o.Op. – 1900 7 Warnung (R. Dehmel) op.3,3 – 1899 8 Wenn sich bei heilger Ruh (S. George) op.15/12 – 1908 9 Am Strande (anonym) – 1909 10 Der verlorene Haufen (V. Klemperer) op.12/2 – 1907
Franz Schreker (1878-1934) 11 Sommerfäden (D. Leen) op.2/1 – 1901 12 Überwunden (anonym) o.Op. – 1897 13 Das feurige Männlein (A. Petzold) o.Op. – 1915 14 Spuk (D. Leen) op. 7/4 – 1900 15 Ballade „Die glühende Krone“ (*) (F. Schreker) aus der Oper „Der ferne Klang“ (1901-10) in der Klavierfassung von Alban Berg (1907)
(*) Weltersteinspielung in der Klavierfassung von Alban Berg
Hugo Wolf (1860-1903) Sechs Lieder nach/ Six songs after / Six mélodies d´aprés Eduard Mörike 16 Lied eines Verliebten – 14. März 1888 17 Im Frühling – 8. Mai 1888 18 Storchenbotschaft – 27. März 1888 19 Bei einer Trauung – 1. März 1888 20 Zur Warnung – 25. Februar 1888 21 Abschied – 8. März 1888