GRAND DUO – Riko Fukuda & Tobias Koch

Chopin, Mendelssohn, Liszt, Moscheles und Hiller: Wann immer einige der bedeutendsten Komponisten-Pianisten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufeinander trafen, wurde auch an zwei Tasteninstrumenten miteinander musiziert. Von solchen spektakulären Virtuosenkonzerten erzählt diese Aufnahme. An zwei exquisiten historischen Hammerflügeln, auf 160 Tasten und mit vier Händen entzünden Riko Fukuda und Tobias Koch mit mitreißender Spielfreude ein hell glitzerndes und funkelndes pianistisches Feuerwerk, das diese Epoche wieder lebendig werden lässt.

Diese Aufnahme erzählt vom Aufeinandertreffen einiger der bedeutendsten Pianisten-Komponisten im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Sie schildert anschaulich, welch großen Wert die Virtuosenschule dieser Zeit auf konzertante Konfrontation legte — und wie natürlich die Lust am musikalischen Wettstreit für sie war. Vor allem aber zeigt sie, mit welcher künstlerischen Selbstverständlichkeit sowohl Austausch wie auch Präsentation von Ideen und Vorstellungen in einem von Freundschaft und gegenseitiger Anerkennung geprägten Klima stattfanden. Man komponierte füreinander, sogar miteinander. Die Gattung Grand Duo scheint einerseits das vielstimmig-spektakuläre Virtuosenkonzert auf die Spitze treiben zu wollen. Andererseits offenbart sie, wie wenig selbstherrlich, sondern vielseitig und vor allem lebendig die offenkundige Fixierung auf das autarke Instrument in dieser Periode betrachtet wurde. Der solistische Klavierabend war noch keineswegs etabliert. Stattdessen finden wir uns in einer Konzertsituation wieder, in welcher der Künstler zwar sein eigenes Werk und sein virtuoses Können in den Mittelpunkt stellt, jedoch zugleich Musikerkollegen zur Mitwirkung einlädt. Wann immer die fünf Herren, deren Kompositionen auf dieser Aufnahme vereint sind, zusammentrafen, wurde auch gemeinsam musiziert. Das Miteinander wurde stets erneuert.

Historische Hammerflügel von Conrad Graf, Wien 1830 und 1835

Maria Gabrys – Late Piano Works

Jeder Mensch sieht sich am Ende seines Lebens mit ähnlichen Fragen konfrontiert. So sehr sich die drei Romantiker selbstverständlich voneinander unterscheiden, so sehr entdecken wir im Moment ihrer künstlerischen Reife und angesichts des nahen Lebensendes verwandte Züge wie Licht – Schatteneffekte, Nachdenklichkeit, Spiritualität. Sehr persönliche Aussagen und eine sehr intime Stimmung leuchten aus ihren letzten Klavierwerken, die wie an der Schwelle zum anderen, geistigen Welt stehen.

Die 3 Klavierstücke D946 op.posth. von Franz Schubert, eigentlich ein nie vollendeter Zyklus von 4 Impromptus, entstanden im Mai 1828, nur wenige Monate vor seinem Tod. Unerwartete Modulationen wie Es-Moll zu H-Dur und "himmlische Längen" bezauberten viele Jahre später Johannes Brahms, der zum ersten Herausgeber dieser Stücke wurde.

In seinen eigenen späten Kompositionen, speziell im zweitletzten Klavierzyklus op.118, überrascht uns die Mannigfaltigkeit und gleichzeitig Kohäsion der musikalischen Ideen. Der Musikwissenschaftler Philipp Spitta schrieb über eben dieses op.118 treffend in seinem Brief an den Komponisten (22. Dez.1893). "Unausgesetzt beschäftigen mich die Clavierstücke, die von allem, was Sie für Clavier geschrieben haben, so sehr verschieden sind, und vielleicht das Gehaltreichste und Tiefsinnigste, was ich ein einer Instrumentalform von Ihnen kenne".

Fryderyk Chopin wandte sich im Geiste am Ende seines Lebens seiner Vergangenheit zu, was sich in der von ihm gewählten Form der Mazurka äußert. Der Mazurek ist eine Mischform, die aus drei polnischen Nationaltänzen, nämlich dem Mazur, Kujawiak, Oberek entstanden ist. Chopin komponierte Mazurkas das ganze Leben lang, sie begleiteten ihn in allen Lebenslagen, spiegelten seine Gemütszustände Sehnsucht, Freude, Hoffnung, Verzweiflung, Enttäuschung, und sie können somit als sein musikalisches Tagebuch verstanden werden. Erschütternd tönt die letzte Note, Dominante, wo das Manuskript unerwartet, in der Mitte der Phrase aufhört...

Die SACD wurde auf einem historischen Blüthner- Flügel vom 1874 aufgenommen, was der Musik einen besonderen Reiz und Echtheit verleiht.

Die Soloflöte – vol. 5: Moderne 1960 bis 2000

Mirjam Nastasi: Im Jahre 1986 entstand die Idee, eine Dokumentation über die Entwicklung des Solorepertoires der Flöte herauszugeben. Die ersten von vielen Recherchen führten mich in die Bibliothek der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, wo ich so viele neue Werke wie die von Hoffmeister, Kreith, Müller, Kummer u. a. entdeckte, dass dieser Wunsch immer konkreter wurde.

Der Peters Verlag mit seinem damaligen Direktor Karl Rarichs unterstützte sofort mein Anliegen und in den Jahren danach gelang es mit tatkräftiger Hilfe des Lektors Roland Erben, diese Reihe in vier Bänden unter dem Titel Die Soloflöte herauszubringen. Es wurde eine Übersicht über die Sololiteratur der Flöte über drei Jahrhunderte vom Barock über die Klassik und die Romantik bis hin zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Denn für die Zeit nach 1960 wäre es kaum möglich gewesen, die entsprechenden Rechte zum Abdrucken der Noten – wenn überhaupt – einigermaßen günstig zu erhalten. Einige Werke aus der ganzen Reihe Die Soloflöte sind Neuveröffentlichungen.

Als im Jahre 2007 endlich die Reihe durch das Erscheinen des letzten Bandes abgeschlossen werden konnte, erhielt zu unserer großen Freude der Band IV vom Deutschen Musikverleger-Verband die Auszeichnung des Deutschen Musikeditionspreises Best Edition 2007.

Anfang des Jahres 2011 hat sich das Label ARS Produktion entschlossen, entsprechend den bestehenden Notenbänden vier SACDs herauszubringen, die dann in den folgenden beiden Jahren erschienen sind. Auf Anregung dieses Labels kam es dann zum Entschluss, diese Reihe mit Werken für Soloflöte für die Periode 1960 bis 2000 fortzusetzen. So ist die vorliegende CD als sinnvolle Ergänzung einer solchen Übersicht gedacht. Ein beachtlicher Teil der gesamten fünf SACDs sind im Übrigen Ersteinspielungen.

Die Zeit zwischen 1960 und 2000 ist für die Querflöte eine Periode der Erweiterung in jeder Hinsicht. Das Bedürfnis, neue Wege zu gehen in Komposition, Interpretation und Vermittlung führte mehr und mehr dazu, dass neue Klangeffekte, welche oft als "neue Techniken" bezeichnet werden, ausprobiert und weiterentwickelt wurden.

Pleyel – Konzertraritäten vol 16

Er war nicht sehr groß, hatte einen eher kleinen Kopf, dünne Haut, schwarze intelligente durchdringende Augen, die nur so funkelten wenn er von seinem Lehrer Joseph Haydn oder von seinem Schätzer Wolfgang Amadé Mozart sprach. Die Allgemeine musikalische Zeitung bezeichnete ihn als „wackeren, angenehmen, und nicht für seine Kunst allein gebildeten Mann.“ Im April 1786 schrieb man aus Italien an Cramers Magazin der Musik: „Er ist ein junger, feuriger und sehr geschickter Komponist; dabey voller Bescheidenheit und sehr angenehm im Umgang…“.

Ignaz Joseph Pleyel

Symphonie Concertante in A-Dur, Ben 114, 1792 für Klavier, Violine und Orchester Erich Schagerl, Violine – Stefan Stroissnig, Pianoforte

Symphonie in d-Moll, Ben 160, Ersteinspielung

Symphonie Concertante in F-Dur, Ben 115, 1802 für Flöte, Oboe, Horn, Fagott und Orchester Alexandra Uhlig, Flöte – Emma Black-Davislim, Oboe Katalin Sebella, Fagott – Armin Berger, Horn

Camerata pro Musica, Christian Birnbaum

Mitschnitt vom Neujahrskonzert am 4.1.2014, Haus der Musik in Grafenwörth