Piano Trios – Schumann, Clarke, Viëtor

“Ich glaubte einmal das Talent des Schaffens zu besitzen, doch von dieser Idee bin ich zurückgekommen, ein Frauenzimmer muß nicht komponieren wollen - es konnte es noch keine, sollte ich dazu bestimmt sein? Das wäre eine Arroganz, zu der mich bloß der Vater einmal in früherer Zeit verleitete“. Dunkle Worte von Clara Schumann, die damals nur zwanzig Jahre alt war. Sie würden ihr Leben allerdings zum grössten Teil bestimmen, obwohl sie schliesslich doch etwa dreissig Werke komponierte.

Ihre Worte umschrieben das, womit Anfang des 20. Jahrhunderts auch die englische Komponistin, Geigerin und Bratschistin Rebecca Clarke (1886-1979) zu kämpfen hatte. Ausserdem war ihr Lebensweg einigermassen ähnlich wie dem der um drei Jahre jüngere Alba Rosa Viëtor. Viëtor starb imgleichen Jahr und genauso unbeobachtet wie Clarke. Der einzige Unterschied:Viëtor war heiter und aus eigenem Wille zurückgetreten aus dem Rampenlicht. Drei Frauen, drei begnädigte Komponistinnen, alle beim Komponieren gehemmt durch die ihnen vorgeschriebene Frauenrolle und durch die öffentliche Meinung dass Komponieren schlicht und einfach ein Männerjob sein sollte. Warum aber? Wäre es vielleicht der Fall dass Frauen andere oder sogar weniger gute Musik schrieben als ihre männliche Kollegen? Wer ausgeht von den Werken auf dieser CD kann nur zu einem Ergebnis kommen: ihre Musik ist vielleicht unterschiedlich, mehr ‘weiblich’ - auch wenn der Begriff ‘weiblich’ vielleicht nur von einem Vorurteil eingegeben worden ist – aber weinig gut ist sie auf keinem Fall.

Matea Leko – KKO Mannheim

"Die Musick von Holzbauer ist sehr schön. […] am meisten wundert mich, daß ein so alter Mann wie holzbauer, noch so viell geist hat; denn das ist nicht zu glauben was in der Musick für feüer ist." (Wolfgang Amadeus Mozart in einem Brief an seinen Vater vom 14. November 1777)

KONZERTE – Henze - C.Ph.E. Bach - Mozart

Von den Werken Henzes und Mozarts sowohl in der Werkauswahl dieser Einspielung wie auch kunsthistorisch umrankt, stellt Bach eine Art Ausgangspunkt musikhistorischer Beziehungen innerhalb dieses kleinen musikalischen Kosmos dar. Die Musik Carl Philipp Emanuel Bachs (1714–1788), der schon durch seine berühmte Klavierschule Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen aus dem Jahr 1753 bekannt geworden und gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland in erster Linie mit dem Namen Bach in Verbindung gebracht wurde, ist unmittelbarer schöpferischer Ausgangspunkt für Hans Werner Henzes (1926–2012) musikalisch-ästhetisches Geschichtsbild und sein kompositorisches Schaffen, wenn dieser eine klangfarblich interpretierende Instrumentation einer von Bachs Fantasien vornimmt. Wolfgang Amadeus Mozarts (1756–1791) Beziehung zum 42 Jahre älteren, und doch zeitgleich komponierenden Bach hingegen muss als ambivalenter beschrieben werden, da kaum explizite Bezugnahmen auf Bachsche Werke existieren.

Friedrich Kleinhapl, Andreas Woyke - TANGOS

Als klassischer Musiker hatte ich bei der Auseinandersetzung mit Piazzollas Musik zunehmend das Gefühl, mich auf einen anderen Planeten zu begeben. Nicht auf den ersten Blick, denn ich bin natürlich vertraut mit Bach, mit dem Anteil an Piazzollas Musik, der von Strawinsky, Ravel oder Bartok inspiriert wurde. Auch die anderen Seiten seiner Musik, der Jazz und der Tango Argentino waren natürlich an sich nichts Fremdes. Doch beim Umsetzen dieser Musik auf dem eigenen Instrument wurde immer deutlicher, wie eigenständig und anders Piazzollas Musik wirklich ist, wie einzigartig und unvergleichbar der musikalische Kosmos ist, den er durch die Kombination dieser Elemente geschaffen hat. Das war - wie gesagt - auf den ersten Blick nicht so bedeutend, aber beim zweiten und dritten. Und mit jedem weiteren Hinsehen wurde das immer spürbarer.

Moments of Youth – Cello-Recital Brendan Goh

Brendan Goh ist ein Vollzeit-Studentder Amadeus International School Vienna und Schüler von Prof. Franz Bartolomey, erster Solo-Cellist der Wiener Philharmoniker und Dozent an der Amadeus Music Academy. Diese CD umschreibt Brendans erstes Jahr in Wien. Die Aufnahme fängt Brendans jugendfrischen Enthusiamus ein – er wird in diesem Jahr (2014) 15 Jahre alt – am Beginn seiner Jugendreise mit seinem geliebten Cello, einem JB Vuillaume aus dem Jahr 1842.