Komponist: Franz Schubert
Interpret(en): Dominik Wörner, Christoph Hammer
Aufnahme: 25.-28.10.2009
Qualität: DDD
EAN: 4260052384947
Bestell-Nr.: ARS 38 494
Spieldauer: 61:41
Veröffentlicht: 01.11.2010
Authentischer Schubert mit Schwanengesang-Trio
Im Verzeichnis der Werke von Franz Schubert taucht gleich dreimal ein Schwanengesang auf. Einmal ist dies ein Schwangesang D 318 von 1815, dann ein Schwanengesang D 744 von 1822 und schließlich der berühmte „Schwanengesang“ D 956 aus dem Todesjahr 1828, dessen Titel posthum der Liedersammlung von dem Wiener Verleger Tobias Haslinger 1829 verliehen worden war.
Das gesamte Schwanengesang-Trio ist nun mit weiteren Schubert-Liedern auf einer Einspielung bei ARS Produktion erschienen mit Bachpreisträger Dominik Wörner, einem „der interessantesten Bassbaritöne der jüngeren Generation“ (Klassikmagazin Crescendo) und dem Fortepiano-Spezialisten Christoph Hammer. Den beiden Künstlern ist eine hochspannende Interpretation der Schwanengesänge gelungen. Zwei ebenbürtige Musiker der Alten Musik-Szene, die beim Freilegen der mitunter extremen dynamischen Kontraste der Partituren – namentlich der Heine-Gruppe – kein Risiko scheuen. Da wird das ganze Spektrum an Klangfarben und Schattierungen vom dreifachen Piano bis zum dreifachen Forte meisterhaft ausgelotet. Bewundernswert der Nuancenreichtum im trefflichen Deklamieren Wörners, der es versteht, die Poesie mit fantasievollem Auskosten auch kleinster Wortsilben vor dem geistigen Auge des Hörers lebendig werden zu lassen. Mit untrüglichem Gespür findet er instinktiv das rechte Maß zwischen Melancholie und Dramatik. Sein nobel timbrierter warmer Bassbariton meistert die Höhen mit tenoralem Strahl ebenso mühelos wie die tiefen Töne mit satter Schwärze im unteren Register. Hammer ist ihm mit seinem betont zupackenden Spiel ein kongenialer Partner, der sehr aufmerksam begleitet und es versteht, gezielt Akzente zu setzen ohne zu übertreiben, dabei den Reichtum an Klangfarben des historischen Flügels voll ausschöpfend.
Zum Vergleich: Während das Duo Prégardien/Staier sich 2008 in seiner Version des Schwanengesangs nur mit einer modernen Hammerflügel-Stilkopie begnügte, haben die Interpreten für diese Produktion kompromisslos ein Instrument gewählt, welches nicht näher am authentischen Klangbild sein könnte: ein originaler Wiener Hammerflügel aus der Werkstatt von Conrad Graf, gebaut 1827/28, und noch mit originaler Belederung. So atmet die Aufnahme förmlich den Geist einer Schubertiade, hat doch der Meister selbst die Grafschen Instrumente hoch geschätzt und gerne gespielt, wie übrigens auch seine berühmten Kollegen Beethoven, Chopin, Liszt oder Schumann.
Das informative Booklet bietet eine ausführliche Einführung in die Entstehungsgeschichte der Sammlung und begründet schlüssig die ungewöhnliche Reihenfolge der Lieder auf der CD. Nach der gefeierten Aufnahme der Winterreise des Liedduos Wörner/Hammer, ebenfalls erschienen bei ARS, ist diese auch klanglich hervorragende Einspielung ein weiterer Meilenstein in Sachen Originalklang, der aufhorchen lässt. Authentischer kann man Schubert nicht hören !
Schwanengesaenge von Franz Schubert (1797-1828)
Liedersammlung nach dem Erstdruck von Tobias Haslinger (Wien 1829)
„originaler“ Schwanengesang Nr. 1
1 Schwangesang D 318
„Schwanengesang“ Rellstab-Gruppe D 957
2 Liebesbotschaft
3 Kriegers Ahnung
4 Frühlingssehnsucht
5 Ständchen
6 Abschied
7 Aufenthalt
8 Herbst D 945
9 In der Ferne
10 Die Taubenpost D 965 A
11 Sehnsucht D 636
„Schwanengesang“ Heine-Gruppe D 957
12 Das Fischermädchen
13 Am Meer
14 Die Stadt
15 Der Doppelgänger
16 Ihr Bild
17 Der Atlas
„originaler“ Schwanengesang Nr. 2
18 Schwanengesang D 744 op. 23,3
Dominik Wörner, Bassbariton
Christoph Hammer, Hammerflügel


