St. Florianer Sängerknaben – Little Christmas

Maiburg Ensemble – Metamorphosen

Rheinberger und Hanselmann – Violinsonaten

October 2021

St. Florianer Sängerknaben – Little Christmas

October 2021

Die Dauerberieselung mit weihnachtlicher Musik beginnt in den Einkaufszentren zumeist schon Mitte November und wird - einmal aus dem Unterbewusstsein hervorgeholt - nicht immer als geschmackvoll und angenehm empfunden, vielmehr oft als Fastfood für die Ohren. Auch für einen Knabenchor beginnt die Vorbereitung für die Advent- und Weihnachtssingen spätestens um diese Zeit - und - ich habe mich in den mehr als 40 Jahren als Chorleiter immer darauf gefreut. Natürlich habe ich in jedem Jahr neues weihnachtliches Repertoire entdeckt, vom mittelalterlichen Hymnus über Barockmusik bis zu modernen Sätzen, manche Lieder aber waren und sind jedes Jahr dabei - nicht nur, weil sie vom Publikum erwartet werden, sondern einfach, weil sie unersetzlich sind und die Essenz einer gemeinschaftlichen „Weihnachtsstimmung“ bilden. Die vorliegende CD enthält Aufnahmen, die zwischen 1998 und 2021 entstanden sind. Dem aufmerksamen Zuhörer wird nicht entgehen, dass der Chorklang der St. Florianer Sängerknaben bei verschiedenen Stücken aus unterschiedlichen Aufnahmejahren nicht immer gleich ist - manchmal kindlicher, manchmal runder und fülliger, hoffentlich aber immer auf seine Art berührend. Für mich tauchen beim Anhören der älteren Aufnahmen zusätzlich viele Erinnerungen auf, ich sehe die mittlerweile erwachsen gewordenen Buben wieder als Kinder vor mir: Der Knabenchor nicht als anonymer, gleichgeschalteter „Klangkörper“, sondern als Zusammenwirken von einzigartigen Persönlichkeiten, jeder Bub mit seinen individuellen Sorgen, Bedürfnissen und liebenswerten Eigenschaften, allen gemeinsam die Freude am Singen! Eine Begeisterung, die - das kann ich bezeugen, weil ich sie selbst immer auch gespürt habe - auch beim letzten Weihnachtskonzert in einer Saison erhalten bleibt. Die Knaben nicht als Wachspuppen, nicht als Schauspieler, wie sie in Heinrich Bölls Satire „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ wegen der für die Verwandten unerträglichen täglichen Wiederholung der Feier des Heiligen Abends eingesetzt werden, sondern als kollektive Bestätigung der Feststellung des Erzählers, nachdem er seinen Schwager anhand der Lippenstellung beim Auspusten eines Streichholzes als einzigen Verwandten unter den Schauspielern im weihnachtlichen Kreis der Tante Milla identifiziert hat: „Es scheint doch unverwechselbare Züge der Individualität zu geben“. Es gibt sie, man sieht, fühlt und hört sie auch im Knabenchor - und das ist gut so! Franz Farnberger | Künstlerischer Leiter der St. Florianer Sängerknaben

Maiburg Ensemble – Metamorphosen

October 2021

Metamorphosen durchziehen das Leben, die Natur, die Geschichte und die Gesellschaft. Seit es Menschen gibt, ist die Verwandlung eines der Leitmotive des Lebens, der Kunst und der Kultur. Mit „Metamorphosen“ ging es mir konkret auch darum, zentrale Werke des klassischen Flötenrepertoires einmal aus anderer Perspektive zu betrachten. Das Scherzo aus der Schauspielmusik zu William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, das ausgesprochen anspruchsvolle Passagen für die Flöte enthält, und Claude Debussys Syrinx, das von vielen Flötistinnen und Flötisten als die Komposition schlechthin für Soloflöte gesehen wird, sind hier maßgeblich zu nennen. Bei meiner Recherche stieß ich auf Kaddish aus Maurice Ravels Deux mélodies hébraïques sowie Komitas Vartapets Auseinandersetzung mit dem armenischen Lied „Hov Arek“. Béla Bartóks Rumänische Tänze sind ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie klassische Komponisten Volksmusik in ihre eigene Sprache übertragen. Sie verwandeln das Musikmaterial und werden selbst in ihrer Kreativität und ihren Ausdrucksmöglichkeiten verwandelt. Diese Art von „Metamorphosen“ faszinieren mich und sind deshalb immer wieder Thema meiner Arbeit. Das Adagietto aus Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 5 und Sergej Rachmaninows Vocalise begleiten mich seit meiner Jugend. Der Wunsch diese einmal in einem Arrangement für Flöte zu spielen, bestand für mich schon lange und genau das hat Christoph König mit seinen einfühlsamen Fassungen ermöglicht. Bei einer Ensembleprobe brachte Pascal Schweren dann spontan den Vorschlag ein, den Walzer op. 64 Nr. 2 von Frédéric Chopin für uns in eine Salsa zu transformieren. Entstanden wäre das Album „Metamorphosen“ wahrscheinlich nicht in dieser Form, wenn 2020 die Corona-Pandemie, die so vielen Menschen das Leben gekostet hat, nicht auch die Kultur in eine schwere Krise gestoßen hätte. Neben all dem Leid hat Corona auch das gesellschaftliche Leben zum Stillstand gebracht. Für Kulturschaffende eine existenzbedrohliche Situation, aber auch eine Chance, um sich mit Projekten und Ideen auseinandersetzen, die sonst im täglichen Trubel vielleicht nie Raum erhalten hätten, um sich zu entfalten und konkret zu werden. Anette Maiburg, Flötistin | Künstlerische Leitung des Niederrhein Musikfestivals

Rheinberger und Hanselmann – Violinsonaten

October 2021

Der liechtensteinische Pianist und Komponist Jürg Hanselmann gilt als der wohl profundeste Kenner der Klavier- und Klavierkammermusik seines Landsmanns Josef Rheinberger. Auf 10 CDs spielte er dessen gesamtes Klavierwerk ein, ebenso wie das As-dur Klavierkonzert op. 94 und das Jugendkonzert in Es-dur. 2019 entschloss er sich spontan, mit Rainer Wolters zusammen Rheinbergers beide Violinsonaten zu spielen und aufzunehmen. Corona und zwei trennende Landesgrenzen zwischen den beiden Musikern verzögerten dieses Vorhaben mehrfach. Im Juni 2021 dann brachten die beiden mit der Aufnahme von Jürg Hanselmanns eigener Violinsonate das Projekt zum glücklichen Abschluss.